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Sa, 11.02.2012
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pte20090126012 Medien/Kommunikation, Computer/Telekommunikation
Videospiele belasten soziale Beziehungen
Games-Experte widerspricht: "Miteinander steht im Vordergrund"
Videospiele sind heute ein gemeinschaftliches Erlebnis (Foto: nintendo.de)
Videospiele sind heute ein gemeinschaftliches Erlebnis (Foto: nintendo.de)

Provo (pte012/26.01.2009/11:42) - Der ausgiebige Konsum von Videospielen kann bei jüngeren Nutzern gravierende Auswirkungen auf soziale Beziehungen haben. Je mehr Zeit diese für das Spielen verwenden, desto schlechter wird die Qualität des Verhältnisses zu Eltern und Freunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Brigham Young University http://www.byu.edu im US-Bundesstaat Utah. Die statistische Auswertung von insgesamt 813 Studenten-Interviews aus dem ganzen Land will zudem herausgefunden haben, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Videospielen und der Wahrscheinlichkeit, mit der die Betroffenen in riskantes Verhalten wie Zigarettenkonsum oder Drogenmissbrauch involviert sind, besteht. So sind junge Menschen, die Games als ihr tägliches Hobby betreiben, eigenen Angaben zufolge fast zweimal so oft Marihuana-Konsumenten wie der durchschnittliche Gelegenheitsspieler. Im Vergleich zu jenen, die Videospiele überhaupt nicht nutzen, ist diese Zahl sogar dreimal höher.

"Die Ergebnisse dieser Studie gehen vollkommen an der Realität vorbei. Heute trifft sich die ganze Familie vor dem TV- oder Computerbildschirm, um Videospiele zu spielen", stellt Hans Solar, Lehrgangsleiter am Games College http://www.games-college.at , im Gespräch mit pressetext fest. Der Trend innerhalb der Branche gehe eindeutig in Richtung Familientauglichkeit. "Gerade die aktuellen Games bieten Unterhaltung für jede Altersstufe und schnelles gemeinsames Spielvergnügen ohne notwendige Vorkenntnisse", betont Solar. Sicherlich gebe es auch einige Ausreißer wie das Online-Rollenspiel World of Warcraft, dessen großes Suchtpotenzial sich in einigen Fällen sicher negativ auf etwaige soziale Beziehungen der Spieler auswirken könnte. "Das sind aber Randerscheinungen. Die Videospielindustrie lukriert mittlerweile einen Großteil ihrer Umsätze mit familientauglichen Spielen", merkt Solar an.

Ein weiterer wichtiger Trend betrifft das Spielerlebnis selbst. "Die Interaktion mit einer virtuellen Spielwelt beschränkt sich inzwischen nicht mehr auf eine einzelne Person, sondern es steht das Miteinander im Vordergrund. Games sind heute ein gemeinschaftliches Erlebnis", erklärt Solar. So würden mittlerweile fast keine neuen Titel mehr auf dem Markt erscheinen, die nicht über einen Onlinemodus verfügen. "Spieler entwickeln einen ganz anderen Ehrgeiz, wenn sie gegen reale Gegner antreten. Auf diese Weise entsteht ein völlig neues Spielerlebnis", ergänzt Solar. Bestätigt werde diese Entwicklung auch durch den derzeitigen Boom bei Musik- und Partyspielen. "Das Image der Videospielbranche hat sich grundlegend verändert. Während Computer- und Videospiele noch vor wenigen Jahren in der Öffentlichkeit großteils über die negativ behaftete Killerspiele-Diskussion wahrgenommen wurden, zeigt sich mittlerweile ein völlig gewandeltes Bild", ist Solar überzeugt.

Auch den in den Studienergebnissen proklamierten Zusammenhang zwischen Videospielen und einer höheren Anfälligkeit für Drogenkonsum sieht der Games-Experte in der Realität keinesfalls bestätigt. "Solche pauschalisierenden Aussagen sollten mit erhöhter Vorsicht genossen werden. Die meisten Untersuchungen haben das Problem, dass sie durch gezielte Fragestellungen in eine bestimmte Richtung gedrängt werden. Außerdem gibt es sicherlich Studien, die genau das Gegenteil feststellen", gibt Solar zu bedenken. "Meines Erachtens liegt das Problem vielmehr darin, dass die Eltern durch den zunehmenden sozioökonomischen Druck nur mehr sehr wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen", so Solar abschließend.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Markus Steiner
Tel.: +43-1-81140-317
E-Mail:
pressetext.austria
   
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