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pte20081202025 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Indien-Pakistan: Medienkrieg heizt Gemüter an
"Medien sind nicht neutral, sondern Teil der Auseinandersetzung"
Mumbai/Islamabad (pte025/02.12.2008/12:00) -
Während die politischen Führungen von Pakistan und Indien nach den Terrorangriffen in der indischen Finanzmetropole Mumbai sich verstärkt um eine friedliche Lösung der Auseinandersetzungen bemühen, ist der Konflikt zwischen den beiden Ländern in den Medien bereits voll ausgebrochen. Im Zentrum der medial geführten Streitigkeiten stehen dabei vor allem gegenseitige Schuldzuweisungen über die ursprüngliche Herkunft der Terror-Angreifer. "Der aktuelle Konflikt zwischen Indien und Pakistan zeigt ganz deutlich, wie von beiden Seiten versucht wird, die Medien für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Diese sind dort längst keine neutralen Institutionen mehr, sondern selbst Teil der Auseinandersetzung", erklärt Andreas Hepp, Professor für Kommunikationswissenschaft und Sprecher des Instituts für Medien, Kommunikation und Information (IMKI) an der Universität Bremen http://www.imki.uni-bremen.de , im Gespräch mit pressetext. In solch einer Situation sei es für den kritischen Medienkonsumenten besonders wichtig, möglichst viele unterschiedliche Medien zu nutzen. "Um sich eine eigene Meinung zu den Geschehnissen bilden zu können, sollte man sich im Zweifelsfall in verschiedenen Medien umsehen", rät Hepp. Auch das Internet sei in dieser Hinsicht ein sinnvolles Werkzeug. "Das Web bietet in diesem Zusammenhang eine gute Möglichkeit, sich auch mit anderen Blickwinkeln auseinander zu setzen", meint Hepp. Dass die einseitige Berichterstattung der Medien die Gemüter innerhalb der Bevölkerung auf beiden Seiten weiter anheizen würde, sei auch ein Resultat der Komplexität der heutigen Medienlandschaft. "Mit der zunehmenden Globalisierung der Medienkommunikation sind die einzelnen Kommunikationsräume nicht mehr national abgeschlossen. Die politischen Führungen und medienbestimmenden Persönlichkeiten beider Länder müssen sich im Klaren darüber sein, dass es heute nicht mehr möglich ist, eine bestimmte Aussage ausschließlich an die eigene Bevölkerung zu adressieren", stellt Hepp fest. In dieser Hinsicht seien deshalb vor allem auch die Journalisten selbst gefordert. "Um eine einseitige Berichterstattung zu vermeiden, müssen sich die Journalisten überlegen, wie etwas außerhalb der eigenen nationalen Perspektive aussieht und wirkt", erläutert Hepp. Wie einseitig und provokativ die Berichterstattung in Indien und Pakistan derzeit tatsächlich ist, zeigen Beispiele aus den Medien beider Länder. "Nennen wir doch die Dinge beim Namen. Das meiste, was den globalen Terrorismus betrifft, kommt heute aus Pakistan", schrieb etwa ein indischer Kolumnist vergangenes Wochenende in der Tageszeitung "The Times of India". Doch auch auf pakistanischer Seite wird mit Vorwürfen nicht gespart. "Die indischen Medien sind es anscheinend nicht gewohnt, über Fehler des eigenen Staates zu berichten. Schlussendlich sind sie deshalb dazu übergegangen, die Sendezeit mit Lügen und Ungenauigkeiten zu füllen", so der Konter des pakistanischen TV-Moderators Talat Hussain. (Ende)
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