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pte20081128022 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Rotstift angesetzt: Real will sechs Standorte loswerden
Interessenten für die Nachfolge noch nicht in Sicht - 1.000 Jobs bedroht
Mönchengladbach (pte022/28.11.2008/13:55) - Die deutsche Lebensmittel-Einzelhandelskette Real http://www.real.de will im kommenden Jahr den Rotstift ansetzen und plant bis Ende 2009 sechs Standorte zu verkaufen. Wie die Wirtschaftswoche heute, Freitag, unter Berufung auf involvierte Unternehmenskreise berichtet, sei es zum gegenwärtigen Zeitpunkt zudem ungewiss, ob die Standorte von anderen Betreibern nach dem Verkauf übernommen würden. Ersten Informationen nach stehen Märkte in Jena, Aurich, München Nord, Schwerin, Eggenfelden und Hamburg St. Pauli auf der Liste. "Es handelt sich um sechs Standorte, soviel steht fest. Obwohl wir noch keine Nachfolge bekannt geben können, ziehen wir Angebote von Branchenwettbwerbern vor", sagt Real-Sprecher Markus Jablonski gegenüber pressetext. Die aktuellen Schließungspläne der Metro-Tochter http://www.metro.de kommen für Insider jedoch nicht überraschend. Bereits zu Beginn des Jahres verabschiedete sich Real-Chef Joel Saveuse von neun Filialen. Im Sommer folgten dann die Trennung von weiteren 27 Standorten. Für die sechs aktuell zur Disposition stehenden Niederlassungen, die zwischen 800 und 1.000 Arbeitsplätze bieten, sehe das Konzernmanagement im gesamten Real-Portfolio keine Überlebenschance mehr, heißt es in dem Bericht. Besonders hart vom Rotstift betroffen sind die Beschäftigten, da die Real-Märkte voraussichtlich in die sogenannte Vierte Real GmbH überführt werden sollen. Intern gilt diese Unternehmenseinheit als "Beerdigungsinstitut". So bleibt den Real-Angestellten nach dem Verkauf der Standorte nur noch die Hoffnung, dass sich bis Ende kommenden Jahres Supermarktketten wie Kaufland oder Edeka bereit erklären, zumindest einzelne Standorte zu übernehmen. Handelsexperten zufolge könnten nur auf diese Weise Jobs gerettet werden. Wegen der Finanzmarktturbulenzen, einer drohenden Rezession und der kränkelnden Konjunktur dürfte sich das Interesse der Unternehmen jedoch in Grenzen halten. Ein Indiz dafür, dass es mit dem Finden einer Nachfolge für die Standorte schwierig werden könnte, ist, dass schon für die Märkte, die der Konzern zuletzt zum Verkauf gestellt hat, bislang offenbar keine neuen Betreiber gefunden werden konnten. Ein konkreter Schließungsplan soll Jablonski zufolge bereits ab April 2009 für den Standort Hamm in die Tat umgesetzt werden. "Eine Nachbesetzung ist hier im Gegensatz zu den aktuell sechs Filialen aber nicht vorgesehen", so Jablonski auf Nachfrage von pressetext. Noch im September hatte sich Saveuse zuversichtlich gezeigt, da es "eine Reihe von Interessenten gibt". "Vielleicht werden wir nicht alle Märkte abgeben können, aber die meisten schon", ließ sich der Real-Chef von der Wirtschaftswoche zitieren. Unterdessen zeigt sich das Unternehmen gelassen und unterstreicht, dass man bis Ende kommenden Jahres noch genügend Zeit habe, um mögliche Interessenten an Land zu ziehen. (Ende)
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