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pte20081110019 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Versicherer ächzen unter Finanzlasten
Allianz schreibt Mrd.-Verlust - AIG belastet Ergebnis
Finanzkrise drückt Allianz in die roten Zahlen (Foto: pixelio.de, Gerd Altmann)
Finanzkrise drückt Allianz in die roten Zahlen (Foto: pixelio.de, Gerd Altmann)

München (pte019/10.11.2008/11:48) - Die weltweite Finanzmisere hat die Versicherungsbranche endgültig erfasst, wie am Beispiel der Allianz oder der Münchener Rück deutlich wird. Nachdem die Rettungsmaßnahmen für den weltgrößten Versicherer American International Group (AIG) (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080917022) mittlerweile auf eine Summe von 150 Mrd. Dollar ausgeweitet wurden, erwägt die US-Regierung nun auch einen Direkteinstieg bei dem taumelnden Konzern. Die Fast-Pleite der AIG schlägt hohe Wellen und hinterlässt auch bei dem größten europäischen Versicherer Allianz http://www.allianz.de tiefe Spuren. Während sich der Rückversicherer Münchener Rück nach einem dramatischen Gewinneinbruch gerade noch in den schwarzen Zahlen halten kann, stürzt die Allianz in eine Mrd.-tiefe Verlustzone.

"Der Versicherungssektor hält sich angesichts der Finanzkrise deutlich besser als etwa die Banken", meint Stephan Kalb, Analyst bei Sal. Oppenheim http://www.oppenheim.de , im Gespräch mit pressetext. Dies sei auf Vorteile im Cash Flow zurückzuführen, da Versicherer über ständige Prämienzuflüsse verfügen. Zwar seien die Gewinnschätzungen für das kommende Jahr herabgesetzt worden. "Die Versicherungsbranche erwartet trotzdem noch ein Gewinnanstieg gegenüber 2008", prognostiziert der Experte. Hält sich der Druck der Finanzkrise 2009 in Grenzen, so habe der Sektor gute Aussichten auf eine positive Geschäftsentwicklung, erklärt Kalb gegenüber pressetext.

Das bisher geplante Hilfspaket über 123 Mrd. Dollar für den US-Versicherer AIG wurde gestoppt und durch ein neues ersetzt. US-Medienberichten zufolge plant die US-Regierung einen direkten Einstieg bei dem angeschlagenen Finanzinstitut in Form eines Kaufs von Vorzugsaktien über 40 Mrd. Dollar. Zudem setzt sich das neue Rettungsprogramm aus einem 60 Mrd. Dollar schweren Kredit sowie der Übernahme risikobehafteter Wertpapiere im Wert von 50 Mrd. Dollar zusammen. Die Fast-Pleite des weltweit größten Versicherers drückt dabei auch auf die Bilanz der Allianz, die durch Engagements bei US-Finanzunternehmen mit mehr als 300 Mio. Euro belastet wird. Auf AIG-Papiere entfallen davon im dritten Quartal Abschreibungen in Höhe von 86 Mio. Euro, während die insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers den Löwenanteil von 189 Mio. Euro einnimmt.

Die Allianz rutscht in den vergangenen Monaten tief in die roten Zahlen und verzeichnet einen Nettoverlust von zwei Mrd. Euro. Den größten Verlustbringer des Versicherungskonzerns stellt dabei die Noch-Bankentochter Dresdner Bank dar, die im dritten Quartal ein Minus von 1,2 Mrd. Euro sowie transaktionsbedingte Abschreibungen über 1,4 Mrd. Euro einfährt. Zudem haben der Allianz Kursverluste der Commerzbank-Aktien zugesetzt. Das Institut wird die Dresdner Bank zu Beginn des kommenden Jahres übernehmen (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080901012). Im Zuge des Verkaufs wurden der Allianz Commerzbank-Papiere angedient, die bis Ende September um 1,6 Mrd. Euro an Wert verloren.

Obwohl sich der Rückversicherungskonzern Münchener Rück im Gegensatz zur Allianz im dritten Quartal noch knapp in den schwarzen Zahlen halten konnte, werden die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Versicherungsbranche auch an seinem Beispiel deutlich. Finanzvorstand Jörg Schneider zufolge stellt die Krise seit Jahrzehnten die härteste Bewährungsprobe für die gesamte Branche dar und die enormen Kursverluste der vergangenen Wochen hätten auch der Münchener Rück zugesetzt. So erleidet der Rückversicherer nach einem Netto-Überschuss von 1,2 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum einen schweren Gewinneinbruch. In den vergangenen drei Monaten erzielt der Konzern nur mehr ein Mini-Plus von zwölf Mio. Euro.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Manuel Haglmüller
Tel.: +43-1-811-40-315
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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