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Sa, 11.02.2012
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pte20081104022 Unternehmen/Finanzen, Auto/Verkehr
Alarmstufe rot: Megakrise in der Automobilindustrie
Insolvenz von Chrysler und General Motors befürchtet - BMW schwächelt
Absatzkrise weitet sich aus (Foto: pixelio.de, gm.com)
Absatzkrise weitet sich aus (Foto: pixelio.de, gm.com)

New York/Detroit/München (pte022/04.11.2008/11:40) - Die massive Absatzkrise in der weltweiten Automobilbranche setzt sich unvermindert weiter fort. Wegen der durch die Finanzkrise ausgelösten Kaufzurückhaltung gerät das US-Geschäft buchstäblich unter die Räder. Wie das Wall Street Journal heute, Dienstag, unter Berufung auf den Marktforscher Autodata berichtet, fiel der Neuwagenabsatz im Oktober binnen Jahresfrist um ein Drittel (32 Prozent) auf insgesamt 838.156 Fahrzeuge. Diese Zahlen spiegeln das niedrigste Monatsergebnis sei Januar 1991 wider. Der gesamte Automobilumsatz in den USA rutschte damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als 17 Jahren ab. Besonders stark betroffen ist vor allem General Motors, da der Absatz allein im zurückliegenden Monat um 45 Prozent einbrach und nur noch 166.744 Autos verkauft wurden. Auch bei Chrysler, die derzeit mit General Motors über eine Fusion verhandelt, waren es 35 Prozent Rückgang. Ford wiederum muss 30 Prozent verkraften. Nun muss BMW einen sinkenden Gewinn um fast zwei Drittel auf 298 Mio. Euro hinnehmen.

"In den USA ist die aktuelle Lage nicht mehr nur dramatisch, sondern hochdramatisch. Wenn sich nach der Präsidentenwahl nicht etwas ändert und man der Branche unter die Arme greift, sind die Verluste von General Motors, Chrysler und Ford nicht mehr länger zu verkraften", so Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen http://www2.fh-gelsenkirchen.de , gegenüber pressetext. Laut dem Fachmann habe man es derzeit mit einer "Abwärtsspirale zu tun, die kaum mehr aufzuhalten ist". Ohne staatliche Hilfe sieht Dudenhöffer Insolvenzgefahr für Chrysler und General Motors. Neben der schwieriger werdenden Kreditvergabe in den USA, steigender Rohstoffkosten und nicht zuletzt sinkender Restwerte für Leasingfahrzeuge sind nun selbst die etablierten Marken in Europa dazu gezwungen, den Gürtel enger zu schnallen.

Die BMW-Zahlen zeigen die Lage mehr als deutlich auf. Wie der Konzern heute bekannt gab, verkaufte man von Juli bis August um 4,2 Prozent weniger Autos der Marken BMW, Mini und Rolls Royce als noch im Vorjahreszeitraum. Damit schrumpfte der Umsatz auf 12,59 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang um 8,6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007. Das EBIT des Dax-Unternehmens verringerte sich von Juli bis September um 60 Prozent auf 387 Mio. Euro. Damit bleiben die Münchner stark unter den Erwartungen der Analysten. An der Frankfurter Börse reagierten die Anleger kurz nach Handelsbeginn überraschend. Der BMW-Kurs notiert bei Redaktionsschluss (11:25 Uhr) mit 6,78 Prozent im Plus bei 21,91 Euro. "Ich rechne damit, dass bei den deutschen Zulieferern in den kommenden Jahren mehr als 50.000 Jobs verloren gehen könnten", so die Prognose Dudenhöffers gegenüber pressetext. Zeitarbeit werde dem Insider nach dabei zu aller erst freigesetzt.

Die Absatzmisere hat General-Motors-Manager Mike DiGiovanni dazu veranlasst, vom "schlimmsten Monat seit dem Zweiten Weltkrieg" zu sprechen. Zudem habe man es mit "einer ernsten Rezession" zu tun, die nur durch Kreditstimulationen der Regierung abgemildert werden könne. Dass sich selbst die asiatischen Kleinwagenhersteller der Situation nicht entziehen können, zeigen die weltweiten Folgen der Absatzkrise. Während Toyota einen Absatzrückgang im Oktober um 23 Prozent verkraften muss, sind es bei Honda 25 und bei Nissan sogar 33 Prozent. Wie auch für die asiatischen Hersteller kommt der schwache Dollarkurs auch für die europäischen Produzenten belastend hinzu. Im Fall BMW schlagen die sinkenden Erlöse für Fahrzeuge, die aus Leasingverträgen zurückkommen, negativ zu Buche. So musste man die Risikovorsorge um weitere 342 Mio. Euro ausweiten. Abfindungen über 258 Mio. Euro belasten zusätzlich.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.austria
   
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