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Mi, 08.02.2012
pte20081030015 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Medientage: Mehr Qualität im TV gefordert
Bayrischer Medienminister: "Rundfunk hat Kulturgut-Charakter"
München (pte015/30.10.2008/11:33) - "Wir dürfen nicht müde werden, den Charakter von Rundfunk und Telemedien als Kulturgut und gesellschaftliche Instanz hervorzuheben. Diese Funktionen werden in Zeiten wirtschaftlicher Krisen nur an Bedeutung gewinnen." Mit diesen Worten appellierte Bayerns Staatskanzleichef und Medienminister Eberhard Sinner gestern, Mittwoch, im Rahmen der Eröffnungsrede der 22. Medientage in München http://www.medientage-muenchen.de an die versammelte Branche. Die Medien dürften nicht ausschließlich auf ein "gutes Investment" reduziert werden, sondern ihre Aufgabe bestehe in der Vermittlung von Information, Bildung und Unterhaltung. "Eine gute Bildung und Erziehung unserer Jugend ist der Schlüssel für den Erfolg unseres Landes", stellte Sinner fest. Hier könne man gar nicht früh genug mit der Förderung und Unterstützung beginnen. "Dazu müssen wir aber auch die Medien haben, die diese Entwicklung unterstützen und nicht konterkarieren", so Sinner. "In unserer modernen Wissensgesellschaft können wir uns nicht auf einige wenige Vermittlungsinstanzen für Bildung beschränken. Das gilt für die Schulzeit, aber auch für die persönliche oder berufliche Weiterbildung", erklärte Sinner. Das Fernsehen und das Internet würden heute die meisten Menschen erreichen und müssten daher für ein entsprechendes Angebot sorgen, das den Bürgern einen "Public value" biete. Ob das Fernsehen noch ein ernst zu nehmender Kulturträger sei, werde nicht erst seit dem Ausbruch des Kritikerpapstes Reich-Ranicki anlässlich der versuchten Verleihung des Deutschen TV-Preises diskutiert. "In einem weiten Sinne bildet das Massenmedium Fernsehen in jedem Falle", betonte Sinner. Wissensvermittlung geschehe aber auf verschiedene Weise und auf den unterschiedlichsten Bildungsniveaus. "Die Intensität der Diskussion über die Qualität des TV-Angebots spricht dafür, dass hier nicht nur einige Medienjournalisten ihr Lieblingsthema pflegen", meinte Sinner. Auch wenn es im deutschen TV hervorragende Beispiele für Qualitätsfernsehen gibt, solle die Debatte nicht nach dem Motto "Die Leute wollen es so" ausgetreten werden. "Ich bin mir nicht sicher, ob nicht die Wahrheit viel eher ist, dass die Leute es so hinnehmen", merkte der bayrische Medienminister an. Das Quotenargument werde in diesem Zusammenhang nur allzu rasch als entschuldigendes Argument für fehlende Qualitätsinhalte herangezogen. Vor allem der öffentlich-rechtliche Rundfunk wäre Sinner zufolge gut damit beraten, sich von der Quote zu emanzipieren. "Es ist doch zweifelhaft, ob man sein selbst gestecktes Ziel erreicht, indem man bestimmte Inhalte aus dem eigentlichen Kulturbereich in Randzonen oder Spartenprogramme mit der Begründung auslagert, dass man ansonsten Zuschauer verliert", erläuterte Sinner. Die Entwicklung habe deutlich gezeigt, dass diese Programme trotzdem seit Jahren Zuschauer verlieren würden. "Fernsehen kann ein ausgezeichneter demokratischer Kulturträger sein. Es ist das Medium, das Kulturereignisse - vom Barock-Konzert bis zum Rock-Konzert - allen zu einem günstigen Preis nach Hause bringt, die sonst nur einer kleinen Zahl von Nutzern vorbehalten blieben", fasste der bayrische Staatskanzleichef zusammen. Dies sei zumindest das Ideal, mit dem die Fernsehmacher einmal gestartet sind. "Meines Erachtens lohnt die Mühe der Diskussion um mehr Kultur im Fernsehen, weil ich Fernsehen nicht als Auslaufmodell sehe", so Sinner. (Ende)
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