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pte20081015051 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Staatsfonds gehen im Westen auf Einkaufstour
Finanzwerte wegen Unterbewertung gefragt - Transaktionen nehmen zu
Mannheim (pte051/15.10.2008/13:55) - Staatsfonds aus dem Nahen Osten und Asien kaufen sich verstärkt in europäische und US-amerikanische Unternehmen ein. Hintergrund für den anhaltenden Einkaufstrend sind die wegen der internationalen Finanzmarktkrise deutlich gefallenen Aktienkurse. Die Zahlen bestätigen dieses Einkaufsbestreben der Staatsfonds. Eine heute, Mittwoch, präsentierte Erhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) http://www.zew.de geht davon aus, dass allein die staatseigenen Fonds der erdölexportierenden Länder sowie Asien 2007 über 43 Mrd. Euro in europäische und US-amerikanische Konzerne gesteckt haben. Für 21,6 Mrd. Euro beteiligten sie sich bereits im ersten Halbjahr dieses Jahres an westlichen Unternehmen - Tendenz weiter rasant ansteigend. "Mit der Aussage, dass die ausländischen Staatsfonds angesichts der niedrigen Bewertungen der Unternehmen als die Nutznießer der Finanzkrise zu sehen sind, wäre ich sehr vorsichtig. Es ist aber eine Zunahme an Transaktionen festzustellen. Diese Entwicklung wird sich aller Voraussicht nach auch im kommenden Jahr weiter fortsetzen", erläutert Mariela Borell, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZEW im Fachbereich Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement, gegenüber pressetext. Laut der Fachfrau würden sich die Investments vieler staatseigener Unternehmen oder Staatsfonds im Ausland nicht primär auf den aktuell stark unterbewerteten Finanz-, sondern auch auf den Industriebereich konzentrieren. Einer der größten Player ist hierbei der Staatsfonds Government of Singapore Investment Corporation. Aktuellen Daten des Bureau van Dijk Electronic Publishing http://www.bvdep.com zufolge kaufte dieser in den vergangenen Wochen und Monaten Anteile von knapp sieben Mrd. Euro an der Schweizer Bank UBS. Aber auch bei der US-amerikanischen Citigroup investierten die Singapurer rund 4,7 Mrd. Euro. Zu den mit Abstand größten Transaktionen zählen aber auch die Engagements des Staatsfonds Kuwait Investment Authority. Dieser Fonds beteiligte sich mit 4,4 Mrd. Euro an der mittlerweile an die Bank of America für 50 Mrd. Dollar verkauften US-Bank Merrill Lynch (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080915015). Zudem steckte der Staatsfonds rund 566 Mio. Euro in den Börsengang des Finanzdienstleisters Visa. "Im Lichte der Kapitalknappheit im Markt sind diese Transaktionen zwar Notlösungen. Andererseits laufen sie jedoch im gegenseitigen Interesse ab", so Borell gegenüber pressetext. Auch an den europäischen und amerikanischen Börsen sind Staatsfonds beteiligt. Die Qatar Investment Authority zum Beispiel hält gegenwärtig 20 Prozent der Anteile an der Londoner Stock Exchange sowie zehn Prozent an der skandinavischen Wertpapierbörse OMX. Zudem übernahm der saudische Staatsfonds Dubai International Financial Centre 28 Prozent an der Londoner Stock Exchange von der Nasdaq Stock Market. In der Industrie hingegen übernahm erst vor Kurzem der arabische Staatskonzern Saudi Basic Industries die Kontrolle über den US-amerikanischen Kunststoffhersteller GE Plastics. Ausländische Staatsfonds sind jedoch auch an Luxusmarken wie Aston Martin oder Bulgari beteiligt. Aber auch Hotelketten wie InterContinental werden inzwischen aus dem Nahen und Fernen Osten finanziert. (Ende)
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