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pte20081008026 Unternehmen/Finanzen, Politik/Recht
Skandal: AIG-Manager gönnen sich Luxusreise
Gehaltszusagen und Beraterfunktion von Ex-Chef unter Beschuss
Washington über Verhalten des AIG-Managements empört (Foto: pixelio.de, Melanie Vollmert)
Washington über Verhalten des AIG-Managements empört (Foto: pixelio.de, Melanie Vollmert)

New York/Washington (pte026/08.10.2008/13:30) - Der US-amerikanische Versicherungskonzern AIG hat eingeräumt, dass das Unternehmen nach der 85 Mrd. Dollar schweren Notverstaatlichung durch die US-Notenbank Fed (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080917022) einigen Top-Managern eine Luxusreise spendiert hat. Wie US-Medienberichte unter Berufung auf einen Ermittlungsausschuss des US-Kongresses in der Nacht auf heute, Mittwoch, berichten, beläuft sich die Rechnung für das Luxusressort im sonnigen Kalifornien für die Top-Manager auf 440.000 Dollar. Auf der Rechnung stehen Positionen wie Wellness-Behandlungen, Golf-Trips und Galamenüs. Damit scheint sich die Diskussion über die Höhe der Vergütungen für US-Konzernlenker einmal mehr zu entfachen. Obwohl laut den Ermittlungsbeamten keine Manager aus dem Bereich Finanzdienstleistungen an dem Firmenausflug teilgenommen haben, die für die AIG-Probleme verantwortlich sind, ist die Empörung angesichts des Bankensterbens und der Börsentalfahrten groß.

Für weiteren Zündstoff sorgt zudem die Vergütungspraktik von AIG, seinen Topmanager Joseph Cassano nach dem Rücktritt im Unternehmen als Berater weiterarbeiten zu lassen - und dies für ein monatliches Honorar von einer Mio. Dollar. "Wenn ein Manager, der einen Konzern wie AIG in den Ruin treibt, anschließend noch einen Beratungsvertrag mit dieser Vergütung bekommt, kann ich dies nicht nachvollziehen", sagt Christiane Hölz, Vergütungsexpertin bei der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz http://www.dsw-info.de , gegenüber pressetext. Laut der Fachfrau wären derartige Praktiken in Deutschland undenkbar. Zudem hätte der gestrige Rücktritt des nunmehr ehemaligen Hypo-Real-Estate-Chefs Georg Funke gezeigt, dass der Staat seinen Forderungen nach Konsequenzen erfolgreich Nachdruck verleihen kann (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=081006018). Da AIG bis auf weiteres verstaatlicht ist, sei dies Hölz zufolge auch eine "staatliche Regulierungsfrage".

Unterdessen zeigen sich die Abgeordneten in Washington empört über die AIG-Praxis: "Die Amerikaner leiden. Sie verlieren ihre Jobs, ihre Häuser, ihre Krankenversicherung. Trotzdem haben es sich die AIG-Manager weniger als eine Woche, nachdem die Steuerzahler den Konzern gerettet haben, in einem der exklusivsten Ressorts des Landes gut gehen lassen", zitiert die Financial Times Deutschland den Vorsitzen des Ermittlungsausschusses Henry Waxman. Inzwischen fördert der Ermittlungsausschuss weitere skandalöse Vorgänge zutage. Ersten Erkenntnissen nach hat der US-Versicherer Cassano nicht nur die Option für eine Weiterbeschäftigung im AIG-Konzern geboten. Auch nach dem Rücktritt des Topmanagers behält dieser sein Gehalt in dokumentierten Zusagen bis zu 34 Mio. Dollar weiterhin bei. Diese Gehaltszusagen gehen aus internen Dokumenten hervor, die dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses vorliegen. Der Beratervertrag für Cassano wurde vom Ex-AIG-Chef Martin Sullivan damit begründet, dass dieser "den 20-jährigen Wissensfundus von Mr. Cassano bewahren wollte".

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.austria
   
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