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Fr, 10.02.2012
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pte20080924032 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
KfW-Vorstände beziehen Gehälter trotz Panne weiter
Deutsche Bundesregierung strebt nach fristloser Entlassung
KfW gerät weiter in die Kritik (Foto: kfw.de)
KfW gerät weiter in die Kritik (Foto: kfw.de)

Berlin/Frankfurt am Main (pte032/24.09.2008/13:55) - Nach der Überweisungspanne an die Pleite gegangene US-Investmentbank Lehman Brothers erhalten die beiden bereits suspendierten Vorstände der staatlichen Förderbank KfW http://www.kfw.de weiter ihre Gehälter. Wie die Financial Times Deutschland heute, Mittwoch, unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, wurden die KfW-Vorstände Detlef Leinberger und Peter Fleischer zwar bis auf weiteres durch den Verwaltungsrat vom Dienst enthoben, die Dienstverträge seien jedoch aufrecht. KfW-Angaben nach verdienen beide Ex-Bankenmanager 466.000 Euro im Jahr zuzüglich geldwerter Vorteile. Dass Leinberger und Fleischer vom Dienst entbunden seien, aber trotzdem Gehalt beziehen, ruft inzwischen die Politik auf den Plan. Diese will eine umgehende Entlassung beschließen.

Laut KfW-Angaben prüft die interne Innenrevision, die Anwaltskanzlei Clifford Chance und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, wie genau es zur Überweisung an Lehman Brothers am Montag vergangener Woche gekommen ist und wer dafür zur Verantwortung zu ziehen ist (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080918015). Der Skandal beschäftigt inzwischen sogar den Deutschen Bundestag. Die Bundesregierung sowie die Staatsbank pochen über den KfW-Verwaltungsrat nun auf eine fristlose Entlassung beider KfW-Verantwortlichen. Dementsprechend werde die arbeitsrechtliche Prüfung bei der KfW in Richtung Kündigung forciert, heißt es aus dem Umfeld der Bank. Außerdem hat der Bundeshaushaltsausschuss heute unter anderem Finanzminister Peer Steinbrück geladen.

Der erst seit September amtierende KfW-Chef Ulrich Schröder hat im Zuge der Panne, die dem Institut den Titel "Deutschlands dümmste Bank" beschert hat, Fehler im Management eingestanden. Neben ihm und Steinbrück soll unter anderem auch Wirtschaftsminister Glos dem Finanz- sowie dem Haushaltsausschuss vorgeladen werden, um den Sachverhalt weiter zu erörtern. Für die Durchführung der Überweisung hatte sich die KfW bislang auf einen "technischen Fehler berufen". Obwohl Schröder Missmanagement einräumt, sieht er sich bislang selbst aber nicht dafür verantwortlich. Die Überweisung kritisierte Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums http://www.bfz-ev.de , gegenüber pressetext zuletzt als "Schlamperei, die nicht ungestraft bleiben darf". Wegen der Empörung über die Panne kündigte Schröder unterdessen ein schärferes Risikomanagement an.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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