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Fr, 10.02.2012
pte20080915035 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Deutsche Post: US-Geschäft auf der Abschussliste
Expressdienstleistungen mit 1,3 Mrd. Dollar in der Verlustzone
Bonn (pte035/15.09.2008/16:00) - Die Deutsche Post http://www.deutsche-post.de will die Sanierung ihres defizitären Geschäfts in den USA straffer vorantreiben. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Vorstandskreise berichtet, wird ein vollständiger Rückzug aus dem Expressgeschäft in den USA in Betracht gezogen. Ein Sprecher schließt einen kompletten Rückzug aber aus. Trotzdem reißen die seit Wochen und Monaten kursierenden Spekulationen um einen solchen Schritt nicht ab. Die aktuellen Geschäftszahlen signalisieren laut Analysten Handlungsbedarf. Angesichts der schlechten Geschäftsentwicklung, hoher Preise für Kerosin und konjunktureller Schwierigkeiten wird allein die Deutsche-Post-Tochter DHL-Express in den USA 2008 einen Verlust von 1,3 Mrd. Dollar schreiben. "Die Situation ist für die Deutsche Post wie auch für alle anderen Dienstleister in den USA nicht einfacher geworden. Weitet man die Streichungen aus, dann besteht wiederum die Gefahr, dass ein dienstleistungsfähiges Netzwerk mehr und mehr fraglich wird", so Markus Hesse, Analyst bei Sal. Oppenheim http://www.oppenheim.de , gegenüber pressetext. Laut dem Experten würde ein Komplettausstieg aus dem US-Geschäft jedoch von der Mehrheit der Aktionäre befürwortet. Obwohl eine Marktpräsenz in den USA für das Unternehmen bislang als unverzichtbar für das DHL-Netzwerk galt, könnten auch andere Spediteure die Zustellung in den USA übernehmen. Deutsche-Post-Konzernlenker Frank Appel steht nach dem Verkauf der Postbank-Beteiligung an die Deutsche Bank http://www.deutsche-bank.de von zunächst 29,75 Prozent für rund 2,8 Mrd. Euro nun vor der nächsten Bewährungsprobe. Zwar sieht der Post-Chef "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" keinen Anlass für Veränderungen an den Sanierungsplänen, dennoch arbeite man derzeit mit Hochdruck an einer Lösung, heißt es in einem Spiegel-Bericht. Das Geschäft mehr und mehr selbst zu bereinigen, sehen auch Branchenexperten für unausweichlich. Somit muss Appel noch vor der Führungskräftetagung im Januar 2009 seine Zukunftsstrategie für die Post bekannt geben. Schließlich ist das US-Geschäft seit der DHL-Übernahme unter der Führung von Vorgänger Klaus Zumwinkel ein Problemfall für den deutschen Logistikriesen. Wegen anhaltender Wirtschaftsprobleme hatte der Konzern zuletzt durch die Kooperation mit dem Rivalen UPS http://www.ups.com beim Lufttransport versucht, die Probleme auf eigene Faust in den Griff zu bekommen. Die Partnerschaft mit UPS stößt aber nicht zuletzt wegen der mit ihr verbundenen Einsparungen auf Widerstand bei den Beschäftigten und Politikern. Mit der UPS-Kooperation, die derzeit in Verhandlungen über einen Zehnjahresvertrag steckt, erhofft sich Appel die Verluste um eine Mrd. Dollar bis 2011 auf 300 Mio. Dollar im Jahr zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, soll das Zustellnetz am Boden um ein Drittel verringert und auf Lufttransporte innerhalb Nordamerikas ganz verzichtet werden. Ersten Schätzungen nach wird dies rund 8.200 Jobs am Standort Wilmington/Ohio, der größten Umschlagbasis von DHL in den USA, vor allem bei den fast ausschließlich für die DHL fliegenden Unternehmen ABX Air und Astar Air Cargo kosten. Weitere Schließungen seien langfristig absehbar. (Ende)
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