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pte20080904037 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Fusion von Germanwings, TUIfly und Condor wackelt
Interne Querelen sowie hohe Kerosinpreise erschweren Verhandlungen
Dreierbündnis auf Glatteis (Foto: pixelio.de, J. Scholz)
Dreierbündnis auf Glatteis (Foto: pixelio.de, J. Scholz)

Hamburg/Dortmund/Langenhagen (pte037/04.09.2008/13:58) - Die Fusion der deutschen Billigflieger Germanwings, TUIfly und Condor steht auf der Kippe. Obwohl die Synergieeffekte hoch wären und die Belastungen wegen der hohen Kerosinpreise auf mehrere Schultern verteilt werden könnten, scheint eine Einigung in weite Ferne gerückt. Wie die Financial Times Deutschland heute, Donnerstag, unter Berufung auf interne Unternehmenskreise berichtet, verlaufen die Verhandlungen über die angestrebte Dreierfusion derartig schleppend, dass ein hochrangiger Manager "die Chancen für den Deal bei unter 50 Prozent" sieht. Angesichts des schwierigen Marktumfelds in der Branche machten bereits Gerüchte die Runde, nach denen am Ende womöglich nur ein Zweierbündnis des Thomas-Cook-Ferienfliegers Condor mit einer der beiden anderen Airlines bestehen könnte.

Obwohl sich alle beteiligten Airlines bislang nicht zu den laufenden Verhandlungen geäußert haben und Stellungnahmen über mögliche Spekulationen ablehnen, scheint aber sicher, dass es zu keiner Viererfusion kommen wird. Noch vor einer Woche wurde in der Branche darüber gemunkelt, dass sich die Lufthansa mit Eurowings in das vorgesehene Bündnis mit einbringen will. Zuletzt wurde bekannt, dass Eurowings-Mehrheitseigner Albrecht Knauf die Lufthansa durch eine Verkaufsoption zur vollständigen Übernahme des Regionalfliegers zwingt. Dass man Eurowings in einer großen Billigfluggesellschaft aufgehen lassen will, sei strategisch nur wenig schlüssig und somit als Option vom Tisch, hieß es zuletzt. Für den Fall des Scheiterns der Verhandlungen zwischen Germanwings, TUIfly und Condor wäre der Versuch hinfällig, Air Berlin mit Billig- und Ferienflügen durch einen großen Konkurrenten anzugreifen.

Der noch im August dieses Jahres vom Chef der TUI-Touristiktochter TUI Travel Peter Long angekündigte Abschluss der Verhandlungen bis Jahresende scheint angesichts der Querelen kurzfristig unwahrscheinlich. Long bezog sich hierbei offiziell nur auf die seit Herbst letzten Jahres laufenden Verhandlungen über den Zusammenschluss von TUIfly mit der Lufthansa-Tochter Germanwings. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch bereits klar, dass auch Thomas Cook an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt wird, an dem jeder der Konzerne ein Drittel der Anteile halten soll. Als Begründung für das Stocken der Fusionsgespräche machten TUI und die Lufthansa die hohen Kerosinpreise verantwortlich, da die Bewertung der Fluglinien damit erschwert werde. "Ich rechne damit, dass sich der Ölpreis bis Ende 2008 bei 120 Dollar einpendeln wird", sagt hingegen Analyst Jürgen Pieper von Metzler Asset Management http://www.metzler.com gegenüber pressetext.

Dennoch dürfte dies nicht alles erklären. Die Lufthansa soll vielmehr auch den Stellenabbau bei TUIfly und die Schließung der Flugzeugwartung in Hannover gefordert haben. Bei Thomas Cook hat es zuletzt geheißen, dass die Notlösung, Condor nur mit Germanwings oder mit TUIfly zu fusionieren, wenig attraktiv sei. Problematisch ist aber auch, dass noch nicht einmal geklärt sei, wie das Geschäftsmodell der neuen Airline aussehen soll. Könnten sich die Unternehmen doch noch einigen, wären jährliche Synergien bis zu 100 Mio. Euro möglich.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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