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Mo, 25.08.2008 17:15
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pte20080825034 Medien/Kommunikation, Forschung/Technologie

Generelle Verteufelung von Killerspielen falsch

Nur einer von fünf Faktoren für höhere Gewaltbereitschaft
Das familiäre Umfeld hat starken Einfluss auf die Wirkung von Killerspielen (Foto: callofduty.com)
Das familiäre Umfeld hat starken Einfluss auf die Wirkung von Killerspielen (Foto: callofduty.com)

Tübingen (pte034/25.08.2008/17:15) - Der intensive Konsum von sogenannten Killer-Computerspielen kann bei Jugendlichen zu erhöhter Gewaltbereitschaft führen, muss aber nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Erziehungswissenschaftlern und Psychologen der Universität Tübingen http://www.uni-tuebingen.de . "Computerspiele mit Gewaltinhalten führen öfter zu erhöhten Aggressivitätsleveln als beispielsweise das Ansehen von Horror- oder Gewaltfilmen", fasst Günter L. Huber, Professor für Pädagogische Psychologie, die Studieninhalte im pressetext-Gespräch zusammen.

Gleichsam warnt er aber auch davor, die Computerspiele alleinig für aggressive Jugendliche verantwortlich zu machen. "Es handelt sich bei den Ursachen für Aggressivität vielmehr um ein Quintett an Faktoren, in dem der Medienkonsum aber eine Schlüsselrolle einnimmt", so Huber. Neben der schulischen Situation, der individuellen Persönlichkeit und dem Verhältnis zu Gleichaltrigen (sogenannten Peergroups) nehme vor allem die familiäre Situation eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Jugendlichen ein. "Wer in einem Elternhaus aufwächst, in dem Gewalt an der Tagesordnung ist, ist für Gewalt in Medien anfälliger" , meint Huber. "Umgekehrt werden die Einflüsse von medialer Gewalt in sehr harmonischen und liebevollen Familien stark abgefedert."

Die Forscher untersuchten in ihrer zweijährigen Längsschnittstudie 1.400 Schüler im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren. In einer ersten Erhebungsphase wurden die Jugendliche befragt, in welchem Umfang und welche Medien sie seit ihrem sechsten Lebensjahr konsumieren. In einer zweiten Welle zwei Jahre später fragten die Forscher Aggressionsverhalten, Notenentwicklung und soziale Kompetenzen ab. "Das Ergebnis war eindeutig. Wer viele gewalttätige Computerspiele spielte, wurde auch im realen Leben aggressiver", erläutert Huber.

Damit widerlegten die Tübinger Forscher die Theorie, dass "Zocker" ihre aufgestaute Gewalt im Computerspiel ablassen und in Realität dann auf Gewalt verzichten würden. "Die Jugendlichen spielen sich in einen Rausch und sind in ihrer Welt Helden", fährt Huber fort. Wenn sie nach ein paar Stunden Computerspiel dann den Weg wieder zurück ins reale Leben finden, wieder in soziale Gruppen eingebunden werden, sei dies nicht einmal schädlich. Denn über die Erfolge im Spiel können sie sich Selbstbewusstsein holen. Problematisch werde es erst, wenn dieser Absprung nicht mehr geschafft werde und Raum und Zeit durch das Spiel vollkommen in den Hintergrund rücken würden. "Das ist im Gegensatz zu Gewalt- und Horrorfilmen genau das Problem an derartigen Spielen. Denn die Jugendlichen schalten oftmals nicht nach 90 Minuten ab und gehen danach ihrem sonstigen Leben nach - sondern die Spiele sind teilweise ihr Leben", so der Forscher.

Killerspiele verteufeln und sich für ein grundsätzliches Verbot dieser aussprechen, wollte Huber aber nicht. "Viel wichtiger ist, dass die bestehenden Gesetze eingehalten werden und nur die Leute die Spiele in die Hand bekommen, die dafür auch alt genug sind", sagt Huber. Zudem appelliert er an Eltern und Schule sich intensiver mit der Materie Medienkonsum auseinander zu setzen. "Die Eltern sollten wissen, was auf dem Fernseher ihrer Kinder läuft und was sie stundenlang spielen", so Huber. Denn gerade das Alter zwischen zwölf und 15 Jahren sei für Jugendliche ein ganz besonders wichtiges. "In diesem Alter werden tiefgreifende Wurzeln für die zukünftige Entwicklung gelegt und die Kinder sind noch sehr beeinflussbar", erläutert Huber. Von daher sei es gerade in dieser Entwicklungsphase besonders wichtig darauf zu achten, welche Medien wie konsumiert werden.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Erik Staschöfsky
Tel.: +43-1-81140-316
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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