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pte20080821001 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Amerikaner lassen Bio-Lebensmittel in den Regalen
Wirtschaftskrise belastet - Aktienkurstalfahrt setzt sich fort
Bio-Nahrungsmittel werden Amerikanern zu teuer (Foto: pixelio.de, Maren Beßler)
Bio-Nahrungsmittel werden Amerikanern zu teuer (Foto: pixelio.de, Maren Beßler)

San Francisco/Austin/München (pte001/21.08.2008/06:00) - Die von der US-Wirtschaftskrise ausgelöste Konsumzurückhaltung hat dazu geführt, dass die Gewinne der größten Öko-Supermarktkette Whole Foods http://www.wholefoodsmarket.com im dritten Geschäftsquartal um 30 Prozent eingebrochen sind. Wie der Spiegel berichtet, stieg auch der Umsatz nur noch leicht um 2,6 Prozent an. Zudem leidet der Whole-Foods-Kurs massiv unter dem Umstand, dass die Amerikaner scheinbar nicht länger bereit sind, teurere Bio-Lebensmittel einzukaufen. So könnte der langjährige und eher scherzhaft gemeinte Kosename Whole Foods mit "Whole Paycheck" ("gesamter Gehaltscheck") in Anlehnung an die Preise für Bio-Nahrungsmittel der bislang erfolgreichen Supermarktkette bald zur Realität für den Konzern werden. Ein erstes Indiz lässt sich bereits darin erkennen, dass sich der Aktienkurs im vergangenen Jahr von mehr als 53 auf nun mehr unter 20 Dollar verringert hat.

"Dass das Unternehmen schlecht performt, ist eine Überraschung. Schließlich hat das Whole-Foods-Konzept sowohl in Hinblick auf die Frische der Waren und deren Präsentation als auch in der Schaffung der Einkaufsatmosphäre für europäische Handelsketten Vorbildcharakter", unterstreicht Patrick Müller-Sarmiento, Einzelhandelsexperte bei der Unternehmensberatung Roland Berger http://www.rolandberger.com , im Gespräch mit pressetext. Dass die Bürger in den USA aufgrund der Wirtschaftskrise sowie steigender Kraftstoffpreise nun beginnen bei höherwertigen Lebensmitteln einzusparen, beurteilt der Fachmann als "nachvollziehbar". Aber auch die einbrechenden Immobilienmärkte und nicht zuletzt schwächelnde Wirtschaftsdaten haben somit ihre Schleifspuren in der US-Konjunktur hinterlassen.

So scheint die florierende Absatzperiode zwischen 2003 und 2007 mit durchschnittlichen Wachstumsratern von elf Prozent vorüber zu sein. Da sich der Konzern bis zum zehntgrößten Lebensmittelhändler in den USA hochgearbeitet hat, bangen nun auch viele der allein in den vergangenen drei Jahren auf insgesamt 54.000 verdoppelten Mitarbeiter um ihren Job. Insider halten als Folge ein ähnliches Szenario der Filialschließungen wie bei der US-Kaffeehauskette Starbucks für denkbar (pressetext berichtete: http://pressetext.at/pte.mc?pte=080730024). Derzeit vertreibt Whole Foods seine Bio-Lebensmittel landesweit in 270 Geschäftsfilialen. Whole-Foods-Unternehmenslenker John Mackey, der seinen Angestellten unter anderem die volle Krankenversicherung bezahlt, bekommt das Preisproblem seiner Branche nun zu spüren.

"Wir sehen zum ersten Mal seit Jahren, dass der Konsum von Bio-Lebensmitteln zurückgeht. Wenn die finanzielle Situation schwieriger wird, überlegen sich die Menschen sehr genau, wofür sie ihr Geld ausgeben", wird Laurie Demeritt, Geschäftsführerin der Hartman Group, einer auf den Konsumgütermarkt spezialisierten Unternehmensberatung, zitiert. Die Probleme der Branche kommen überraschend. Schließlich ist der Markt für Bio-Lebensmittel in den USA in den vergangenen Jahren massiv gewachsen. Laut der Organic Trade Association http://www.ota.com , dem Dachverband der Bioindustrie, hat sich der Umsatz von einer Mrd. Dollar aus 1990 auf schätzungsweise über 23 Mrd. Dollar in diesem Jahr gesteigert.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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