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pte20080729039 Forschung/Technologie, Umwelt/Energie
Labor schließt Hund-Wolf-Mischlinge in Sachsen aus
Experte: "Hybride könnten wolfstypische Scheu vor Menschen verlieren"
Berlin/Dresden (pte039/29.07.2008/13:45) - Es gibt doch keine Hund-Wolf-Mischlinge in der Lausitz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Sächsischen Umweltministeriums http://www.smul.sachsen.de . "Diese Untersuchung war notwendig geworden, weil sich 2004 eine Wölfin mit einem Hofhund gepaart hatte", erklärt Markus Bathen, Wolfs-Experte beim NABU http://www.nabu.de , auf pressetext-Nachfrage. In Folge dieser Liaison warf die Wölfin so genannte Hybriden-Welpen, die jedoch binnen kurzer Zeit wieder eingefangen und in einen Tierpark verbracht wurden. Mittlerweile sind diese dort jedoch verstorben. "Problematisch an der Situation war, dass derartige Mischlinge ein anderes Verhalten als reinrassige Wölfe an den Tag legen", erklärt Bathen. Gewöhnlich seien Wölfe sehr menschenscheue Tiere, die den Menschen als Gefahr ansehen. Von daher sich auch grundsätzlich von ihm fernhalten beziehungsweise bei zufälligen Begegnungen sich still verhalten würden. Die Experten sind sich sicher, dass kein Wolf einen Menschen anfallen würde. "Anders könnte es sich mit Hybriden verhalten", so Bathen. Denn der Hund sieht den Menschen als Freund an, der ihm Schutz und Futter gibt. In Kombination der Wolfs- mit den Hundegenen entstünden somit Tiere, die deutlich weniger Scheu vor Menschen hätten. "Da wir nicht beurteilen konnten, wie stark die 2004 geborenen Hybriden diese Scheu ablegen würden, mussten wir sie einfangen", sagt Bathen. Ob sich Wölfe jedoch wie Braunbär Bruno 2006 auch in die Nähe von Dörfern getraut hätten, konnten die NABU-Experten nicht beantworten. Doch nicht nur die Befürchtung eines veränderten Verhaltens habe vor vier Jahren den Ausschlag zum Einfangen der Welpen gegeben, sondern auch Artenschutzgesichtspunkte. "Wir konnten nicht zulassen, das sich die Wolfsgene längerfristig mit denen der Hunde vermischen. Die Gefahr wäre zu groß gewesen, dass es auf lange Sicht keine reinrassigen Wölfe mehr gegeben hätte", erläutert Bathen. Derzeit gibt es deutschlandsweit schätzungsweise 30 plus X in freier Wildbahn lebende Wölfe. "Das 'X' deshalb, weil der aktuelle Wurf erst sechs Wochen alt ist und wir noch nicht genau sagen können, wie viele Nachkommen es in diesem Jahr gibt", erklärt der NABU auf Nachfrage. Zwar sei die Situation der Wölfe in den zurückliegenden Jahrzehnten besser geworden, doch wolle man noch nicht von einer stabilen Situation sprechen. "Vor 100 Jahren war der Wolf in Mitteleuropa ausgerottet, heute besiedeln die deutschen Wölfe wieder eine Fläche von eineinhalbtausend Quadratkilometern - was der doppelten Fläche von Hamburg einspricht", erklärt Bathen, um gleich hinzuzufügen, dass noch viel getan werden müsse, um eine gute Nachbarschaft zwischen Mensch und Wolf dauerhaft sicherzustellen. (Ende)
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