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Fr, 10.02.2012
pte20080729024 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Wirtschaftskriminalität in Deutschland zeigt Regionalunterschiede
Bundesweite Prävention bemängelt - Sensibilisierung gefordert
Frankfurt am Main (pte024/29.07.2008/11:30) - Korruption, Unterschlagung und andere Formen der Wirtschaftskriminalität betreffen in der Bundesrepublik fast jedes zweite Unternehmen. Trotz dieser Zahl ist das Kriminalitätsrisiko in einigen Regionen des Landes unterschiedlich stark ausgeprägt. Dies ist das Ergebnis einer heute, Dienstag, von der globalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) http://www.pwc.de durchgeführten Untersuchung. Danach wurden beispielsweise in Hessen rund 60 Prozent der befragten Betriebe in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität. Die mitteldeutschen Regionen Sachsen-Anhalt und Thüringen sind hingegen mit "nur" 35 Prozent von Wirtschaftskriminalität betroffen. "Delikte im Bereich der Wirtschaft haben sich in Deutschland in den vergangenen Jahren zwar leicht erhöht, dennoch liegt Deutschland noch immer im Schnitt westeuropäischer Länder", so Steffen Salvenmoser, PwC-Partner im Bereich Forensic Accounting Services, auf Nachfrage von pressetext. Bei der Auswertung der für die Studie befragten 1.166 Unternehmen in Deutschland kam man zu dem Schluss, dass sich die bestehenden Unterschiede auf Bundesländerebene auf die regional-spezifische Wirtschaftsstruktur zurückführen lässt. Salvenmoser nach sei Geldwäsche überdurchschnittlich stark in Hessen vertreten, da hier ein Großteil der Finanzindustrie niedergelassen ist. "Korruption im Chinageschäft tritt wiederum im exportorientierten Baden-Württemberg auf. So lässt sich verkürzt sagen, dass sich Wirtschaftskriminalität an den lokalen Gegebenheiten orientiert und somit die Gelegenheit den Anreiz für wirtschaftskriminelle Delikte schafft", sagt Salvenmoser im Gespräch mit pressetext. Angesichts der Ausdifferenzierung der Wirtschaftskriminalität konnte ein Rückschluss auf Kriminalitätsprävention der einzelnen Bundesländer gezogen werden. Auch zeigen alle Bundesländer und Regionen erhebliche Defizite bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität. So kommen nach wie vor die meisten Straftaten durch Hinweise von Mitarbeitern oder Geschäftspartnern ans Tageslicht. Die Quote der auf diese Weise zufällig aufgedeckten Straftaten ist in Bayern mit 65 Prozent am niedrigsten, in Hessen mit fast 80 Prozent dagegen am höchsten. Den mit Abstand durchschnittlich höchsten finanziellen Schaden muss Nordrhein-Westfalen mit 2,43 Mio. Euro hinnehmen. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass die Firmen hier mit durchschnittlich 2.306 Mitarbeitern deutlich größer sind als im Bundesdurchschnitt (1.972 Beschäftigte) und die Angriffsfläche somit breiter ist. In Bayern beläuft sich der Schaden je Betrieb auf 1,9 Mio., in Hessen auf rund 1,3 Mio. Euro. Vor allem Korruption sehen drei bis vier Unternehmen als ein wesentliches Geschäftsrisiko. "Da Korruption fast überall droht, ist die Sensibilisierung und erhöhte Transparenzschaffung bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität wichtig. Insofern lohnt sich ab einer bestimmten Größe der Einsatz von ,Whisleblowing-Hotlines', auf denen Beschwerden von Unregelmäßigkeiten, Fehlverhalten und Missständen anonym und vertraulich abgegeben werden können. Dies trägt zur Vertrauensschaffung bei", so Salvenmoser. Bemerkenswert ist auch, dass die Befragten in der Erhebung das Korruptionsrisiko in Westeuropa und Deutschland für kaum geringer halten als in Zentral- und Osteuropa oder China. Wegen Korruption ein Geschäft verloren haben zwischen zehn (Berlin/Brandenburg) und 25 Prozent (Baden-Württemberg) der Unternehmen. Vor allem in China werden Befragte aus Baden-Württemberg überdurchschnittlich häufig Opfer von Bestechung. So haben 71 Prozent schon einmal einen Auftrag vor Ort nicht erhalten, weil sie kein Schmiergeld zahlen wollten. (Ende)
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