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So, 12.02.2012
pte20080710038 Unternehmen/Finanzen, Umwelt/Energie
Conergy stutzt Waferliefervertrag
Umsatzvolumen fast halbiert - Lieferung beginnt im dritten Quartal
Hamburg (pte038/10.07.2008/17:13) - Das Solarunternehmen Conergy http://conergy.de hat das Volumen des im vergangenen Herbst abgeschlossenen Waferliefervertrages mit MEMC Electronic Materials reduziert. Der ursprüngliche Vertrag sah ein Umsatzvolumen von sieben bis acht Mrd. Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren vor. Dieser Betrag wurde nun auf vier Mrd. Dollar herabgesetzt, wie Conergy heute, Donnerstag, bekannt gegeben hat. Damit werde die angestrebte Ausrichtung hin zu einem profitablen Unternehmen unterstützt, heißt es bei Conergy. An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Die Aktie schoss nach Veröffentlichung der Meldung um mehr als fünf Prozent nach oben. Conergy und MEMC hatten den Vertrag im vergangenen Oktober abgeschlossen. Dieser sollte langfristig die Versorgung der Solarfabrik in Frankfurt an der Oder sichern. Wie das Unternehmen heute betont, werde die ursprüngliche Liefermenge der Siliziumwafer vor allem in der zweiten Hälfte der Vertragslaufzeit verringert. Gleichzeitig wurden die Preise geringfügig erhöht, alle weiteren Vertragsbedingungen seien jedoch gleich geblieben. "Der Vertrag wurde im vergangenen Jahr unter anderen Voraussetzungen abgeschlossen. Heute konzentrieren wir uns auf den Downstream-Bereich und deshalb hätten die vereinbarten Liefermengen, die am Ende der Vertragslaufzeit rapide gestiegen wären, nicht mehr gepasst", sagt Conergy-Sprecher Alexander Leinhos gegenüber pressetext. Mit der Halbierung des Vetragsvolumens habe man sich aus heutiger Sicht die richtige Menge für die kommenden Jahre gesichert. MEMC sei der wichtigste Rohstofflieferant für das Unternehmen, man wolle sich zudem aber auch gegenüber anderen Lieferanten offen zeigen. Der geplante Lieferstart ist weiterhin für das dritte Quartal 2008 angesetzt, die Lieferzeit bleibt bei zehn Jahren. MEMC ist zudem mit fünf Prozent an der Wertsteigerung der Fabrik beteiligt. In den kommenden Wochen will Conergy die Anzahlungen für die Lieferung leisten. Die Reduktion des Vertragsvolumens erhöhe den finanziellen und operativen Spielraum des Solarunternehmens, betont man bei Conergy. So könne man sich schneller zum profitablen Downstream-Player entwickeln. Die Aktie des Solarkonzerns legte nach der am frühen Nachmittag erfolgten Veröffentlichung der Unternehmensaussendung zeitweise um mehr als sechs Prozentpunkte zu und notierte bei Redaktionsschluss dieser Meldung (16:50 Uhr) an der Frankfurter Wertpapierbörse mit plus 3,99 Prozent bei 12,00 Euro. Karsten von Blumenthal, Analyst bei SES Research, interpretiert die Anpassung des Vertrages dahingehend, dass Conergy nicht genügend liquide Mittel gehabt hätte, um die Vorauszahlung zu leisten. Stattdessen gehe man lieber das Risiko ein, in einigen Jahren zu wenig Wafer zu haben und sich dann einen neuen Lieferanten zu suchen, so der Analyst auf Nachfrage von pressetext. Das angeschlagene Unternehmen veräußert im Rahmen seines Restrukturierungskurses seine nicht-strategischen Aktivitäten und will sich künftig nur noch auf das Kerngeschäft Solarstrom konzentrieren. Auch aus Ländern, in denen das Geschäft nicht profitabel läuft, will man sich zurückziehen, in fünf Staaten ist dies bereits passiert. Das vergangene Geschäftsjahr schloss das Unternehmen mit einem Nettoverlust von 248 Mio. Euro ab. Im ersten Quartal 2008 fiel der Verlust deutlich größer als noch im Vorjahr aus, hier wirkten Sonderposten und Restrukturierungskosten jedoch zusätzlich belastend. Während man 2008 noch mit einem deutlich negativen Ergebnis rechnet, will man 2009 bereits ein im zweistelligen Mio.-Bereich positives, operatives EBIT erwirtschaften. (Ende)
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