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pte20080710021 Unternehmen/Finanzen, Tourismus/Reisen
Hoher Ölpreis zwingt US-Airlines zu Sparmaßnahmen
Northwest Airlines: Jobabbau und Gebühren für Gepäck
Northwest: Für den ersten eingecheckten Koffer werden künftig 15 Dollar berechnet (Foto: nwa.com)
Northwest: Für den ersten eingecheckten Koffer werden künftig 15 Dollar berechnet (Foto: nwa.com)

Eagan/Wien (pte021/10.07.2008/12:39) - Maßnahmen zur Kostensenkung und damit einhergehender Jobabbau nehmen in der US-Luftfahrtbranche immer größere Ausmaße an. Wie die Fluglinie Northwest Airlines http://www.nwa.com gestern, Mittwochabend, bekannt gegeben hat, wird das Unternehmen 2.500 Stellen streichen. Diese Maßnahme gehe mit der bereits zuvor angekündigten Reduktion der Flugkapazitäten aufgrund des massiven Anstieges des Ölpreises einher. Betroffen werden alle Bereiche des Unternehmens sein. Zudem wird Northwest wie schon andere Mitbewerber Gebühren für das erste aufgegebene Gepäckstück einheben und die Gebühren für den Ticketumtausch erhöhen. Die geplanten Schritte sollen dem Unternehmen 250 bis 300 Mio. Dollar pro Jahr einbringen. "Die jüngsten Maßnahmen werden nicht die letzten Stellenkürzungen bzw. das letzte Zusammengehen von Airlines sein", sagt UniCredit-Analyst Paul Wessely gegenüber pressetext.

"Rund 20 Prozent aller Kosten entfallen auf den Kerosinpreis", unterstreicht Wessely die Bedeutung des Ölpreises für Airlines. Dieser sei zwar volatil, die Prognose von Marktbeobachtern tendiere jedoch zu einem weiteren Anstieg, wodurch sich auch der Druck auf die Fluggesellschaften erhöhen wird. In den derzeit veröffentlichten Zahlen der Airlines wirke sich erst der Ölpreis von vor einem oder zwei Quartalen aus, weshalb sich auch in den kommenden Quartalen Folgen zeigen und erst dann weitere Maßnahmen gesetzt werden, erläutert der Analyst. "Unsere Treibstoffpreise haben sich seit dem vergangenen Jahr mehr als verdoppelt", sagt Northwest-CEO Doug Steenland. Aus diesem Grund müssten Maßnahmen gesetzt werden, die sowohl zu einer Reduktion der Kosten, als auch zu einer Steigerung der Umsätze führen. Bereits im Juni hatte Northwest angekündigt, seine nationalen und internationalen Flugkapazitäten im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um 8,5 bis 9,5 Prozent zu reduzieren. Im April hatte sich Northwest auf einen Zusammenschluss mit Delta Airlines geeinigt, wodurch die größte US-Fluglinie entstehen würde (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080415031 ).

Zahlreiche andere US-Airlines hatten zuvor schon umfangreiche Sparmaßnahmen angekündigt. So will AirTran 480 Arbeitsplätze streichen, American Airlines plant laut Presseberichten knapp 7.000 Stellen zu kürzen. Schon im Mai hatte American Airlines eine Reduktion der weltweiten Flüge um acht Prozent angekündigt. Auch bei United Airlines fallen Stellen weg, zu den bisher angekündigten 1.600 Arbeitsplätzen kommen nochmals 950 Pilotenjobs. Continental Airlines will seine Belegschaft um rund 3.000 Jobs reduzieren. In diesem Jahr haben Airlines damit schon den geplanten Abbau von mehr als 30.000 Arbeitsplätzen bekannt gegeben, schreibt die New York Times.

Wie schon bei American oder United Airlines müssen Passagiere künftig auch bei Northwest bereits für das erste eingecheckte Gepäckstück zahlen. Jeweils 15 Dollar wird die Fluglinie auf Flügen innerhalb der USA bzw. zwischen den USA und Kanada einheben. Die Maßnahme gilt für alle Tickets, die ab heute, Donnerstag, verkauft werden. Für das zweite Gepäckstück fallen 25 Dollar, für das dritte 100 Dollar an. Gebühren für jedes Gepäckstück sind auch in Europa nicht auszuschließen. "Während große nationale Carrier in Europa bisher noch den Gesamtpreis ausweisen, zu dem eventuell noch ein Kerosinaufschlag hinzukommt, könnte es sein, dass sie künftig auch auf dieselbe Marketinglinie wie Billigflieger setzen", sagt Wessely. Wie auch bei Billigfluglinien könnten dann zusätzliche Services aus dem Grundpreis herausgenommen werden, um diesen nicht erhöhen zu müssen. "Wenn eine große europäische Fluglinie darauf umstellt, werden auch viele andere nachziehen", so Wessely. Schon im dritten Quartal 2008 könnten demnach auch bei großen Anbietern in Europa Gebühren für das erste Gepäckstück anfallen. Andererseits versucht das EU-Parlaments mit einem aktuellen Beschluss irreführende Lockangebote von Fluglinien zu verbieten, ab Mai 2009 sollen diese untersagt sein. Ausgenommen sind jedoch Aufpreise für zusätzliche Gepäckstücke.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Victoria Schubert
Tel.: +43-1-81140-314
E-Mail:
pressetext.austria
   
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