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Mo, 13.02.2012
pte20080708019 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Migranten verschaffen sich Gehör im Internet
Einwanderer in klassischen Medien unterrepräsentiert
Münster (pte019/08.07.2008/11:22) - Migranten in Deutschland nutzen das Internet, um ihren politischen Anliegen Gehör zu verschaffen. Die Herangehensweise der einzelnen Volksgruppen gestaltet sich dabei sehr vielfältig, so ein Ergebnis der Tagung "Migration, Internet und Politik. Potenziale für Partizipation, Kommunikation und Integration", die am 3. und 4. Juli im Rahmen des Forschungsprojekts "Politisches Potenzial des Internet" http://ppi.uni-muenster.de der Uni Münster stattgefunden hat. Während sich Deutschtürken zum Beispiel vermehrt in Foren über ihren Alltag in Deutschland austauschen, suchen Deutschrussen im Netz eher den Kontakt zu Verwandten in der Heimat. "Migranten nutzen das Internet generell ähnlich häufig wie die Gesamtbevölkerung. Nur die Art und Weise wie sie es nutzen, ist höchst unterschiedlich", sagt Projektmitarbeiterin Kathrin Kissau im Gespräch mit pressetext. In den klassischen Medien fühlen sich viele Zuwanderer meist noch unterrepräsentiert. Daher suchen sie im Internet nach einer Möglichkeit, mit ihren Problemen in die Öffentlichkeit zu treten oder sich einfach nur auszutauschen. "Von einem direkten Ersatz zu den Massenmedien Fernsehen oder Zeitung würde ich nicht sprechen, aber das Internet bietet zumindest das Potenzial, ähnliche Effekte wie über klassische Medien zu erzielen", meint Kissau. Es könne vorkommen, dass Botschaften an eine breite Öffentlichkeit gelangen, es sei aber nicht garantiert. Ebenso ist es möglich, dass Migranten sich zwar eigene Räume schaffen, diese aber nur von ihresgleichen beachtet werden. Der Integrationsstatus der einzelnen Gruppen spiegelt sich im Internet wider. Deutschtürken, die schon in der zweiten oder dritten Generation im Land leben, schreiben oft über Deutschland und verweisen auch auf deutsche Quellen. Deutschrussen hingegen, die erst Anfang der Neunziger Jahre gekommen sind, verständigen sich online mit Freunden oder Verwandten noch vorwiegend auf Russisch und nutzen eher russische Quellen. Doch nicht nur in Deutschland zeigt sich der sogenannte Digital Divide, auch anderswo nutzen Einwanderer das Internet sehr unterschiedlich. So lasse sich laut Paul Harris von der Augusta State University in den USA etwa beobachten, dass die Gesellschaft Asiaten mittlerweile gut integriert habe. Sie würden das Internet sehr häufig nutzen, während Lateinamerikaner wiederum benachteiligt seien und sich einen Internetzugang oft rein finanziell nicht leisten könnten. "Sie stehen noch immer am Rand der Gesellschaft", meint Harris. Hinzu komme, dass sich Einwanderer aus dem lateinamerikanischen Raum oft nur abschnittsweise in den USA aufhielten. (Ende)
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