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Sa, 26.05.2012
pte20080707017 Unternehmen/Finanzen, Auto/Verkehr
General Motors: Jobkahlschlag und Markenverkauf drohen
"Alle jetzt getroffenen Maßnahmen sind nur kurzfristige Notlösungen"
Detroit/Gelsenkirchen (pte017/07.07.2008/12:26) - Der US-Automobilhersteller General Motors http://www.gm.com will offenbar Tausende Angestellte entlassen und den Ausverkauf seiner Marken vorantreiben. Wie das Wall Street Journal heute, Montag, unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, könnte der Verwaltungsrat die Streichungen noch im August absegnen. Experten gehen davon aus, dass es aufgrund der schwachen US-Konjunktur und der Rohöl- und Benzinpreise sogar dazu kommen könnte, dass neben der prestigeträchtigen Geländewagensparte Hummer (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080604021) nun bald auch andere Marken zur Disposition stehen. Obwohl General Motors als Mutterkonzern auch für den deutschen Autobauer Opel zuständig ist, dürften sich die Einsparpläne jedoch vorrangig auf das verlustreiche US-Geschäft beziehen. Laut dem Bericht will man so bis 2010 den Profitabilitäts-Turnaround schaffen. "General Motors muss wie Chrysler und Ford auf die US-Krise reagieren und die Kapazitäten an die massiv gesunkene Nachfrage anpassen. Was wir derzeit jedoch erleben, ist, dass alle jetzt getroffenen Maßnahmen nur kurzfristige Notlösungen sind", so Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen http://www2.fh-gelsenkirchen.de , im pressetext-Interview. Laut dem Insider hätte vor allem General Motors vor zwei bis drei Jahren, als sich die Treibstofferhöhungen angekündigt hatten, entsprechend viel früher auf diese Entwicklung reagieren müssen. "Sparsame Kompaktwagen hätte man nicht in Europa bauen und dann in die USA importieren lassen sollen, wie dies am Beispiel Opel deutlich wurde. In Anbetracht des schwachen Dollars hätte sich die Produktion und der Verkauf der Kleinwagen vor Ort mehr rentiert", unterstreicht Dudenhöffer. Um aus den tiefroten Zahlen herauszukommen, stehen bei General Motors nun sämtliche Marken außer dem Cadillac und dem Chevrolet auf den Prüfstand. Für den Hummer wird bereits nach einem passenden Käufer gesucht. Als weitere Kandidaten, die das Unternehmen auf seine Abstoßliste gesetzt haben soll, nennt der Bericht hingegen die schwedische Marke Saab und die US-Linie Saturn. Die aktuelle Krise, die sich aber nicht nur auf General Motors, sondern auch auf Ford und Chrysler bezieht, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass große, spritfressende Modelle angesichts der Ölpreiskrise zunehmend unpopulär werden. Um dem Nachfrageschwund begegnen zu können, hatte Chrysler erst im März dieses Jahres angekündigt, Internet-ausgestattete Modelle auf den Markt zu bringen (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080326001). "Saab war schon immer eine unrentable Marke für General Motors. Insofern würde es mich nicht wundern, wenn man diese nun abstößt", unterstreicht Dudenhöffer gegenüber pressetext. Analysten wie John Murphy von der US-Investmentbank Merrill Lynch hatten zuletzt gesagt, dass sich das Unternehmen in den kommenden Monaten zusätzliches Kapital von bis zu 15 Mrd. Dollar beschaffen müsse. Murphy nach sei eine Zahlungsunfähigkeit "nicht ausgeschlossen", zitiert die Financial Times Deutschland den Branchenexperten. Zwar stünden dem Konzern rund 24 Mrd. Dollar zur Verfügung, dennoch verbrenne man durch das schlechte Geschäft etwa drei Mrd. Dollar pro Quartal. Die geplanten Kosteneinsparungen sollen nun drastische Einschnitte bei den insgesamt 76.000 Arbeitsplätzen mit sich bringen. Vor allem in den USA will Konzernboss Rick Wagoner kürzen, dennoch sei noch nichts endgültig beschlossen. (Ende)
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