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pte20080704039 Tourismus/Reisen, Unternehmen/Finanzen
Air France bastelt an Schnellzugverbindung
Europäische Zugverbindungen als Alternative zu Kurzstreckenflügen
Paris (pte039/04.07.2008/16:30) - Die Fluggesellschaft Air France http://www.airfrance.com führt derzeit mit der Transportsparte des Großkonzerns Veolia Gespräche über mögliche Schnellzugverbindungen in Europa. Wie die Financial Times berichtet, könnte ein Joint-Venture zwischen den beiden Unternehmen zur Verlagerung von Kurzstreckenflugplatzkapazitäten auf die Schiene führen. Air France wäre damit die erste Fluglinie mit eigenen Hochgeschwindigkeitszügen. "Es ist gut vorstellbar, dass die Verzahnung der beiden Verkehrsmittel in Zukunft stärker forciert wird", sagt LBBW-Analyst Christian Götz im Gespräch mit pressetext. Der Erfolg dieses Konzeptes hänge jedoch von verschiedenen Faktoren ab. Es komme unter anderem darauf an, welcher Weg schneller und bequemer sei, oder ob es sich um Geschäfts- oder Privatreisen handelt. Wie profitabel eine eigene Zugverbindung für eine Fluggesellschaft ist, sei jedoch fraglich, erläutert Götz. So müsse nicht nur die Entlohnung für den Schienenbetreiber bedacht werden. "Gerade die Fahrplankoordination könnte schwierig werden." Air France-KLM hat ebenso wie der international tätige private Nahverkehrsanbieter Veolia Transport http://www.veolia-transport.com die Gespräche über eine mögliche strategische Partnerschaft bereits bestätigt. Aus dieser könnte laut Aussagen von Air France auch ein neuer Anbieter von Hochgeschwindigkeits-Zugverbindungen entstehen. Veolia würde in diesem Fall Züge unter der Marke Air France betreiben, die etwa Fluggäste vom Pariser Drehkreuz Charles de Gaulles zu europäischen Destinationen bringen. Aufgrund der für 2010 geplanten Liberalisierung des internationalen Schienenpassagierverkehrs durch die EU, würde das Service voraussichtlich nur internationale Zugverbindungen bereitstellen, heißt es in dem Fiancial-Times-Bericht. Wichtig sei für große Fluglinien, die großen Maschinen voll zu bekommen, da auf der Langstrecke das meiste Geld verdient werde, so Analyst Götz. In diesem Sinn komme auch der Kurzstrecke als Zubringer zu internationalen Drehkreuzen eine wichtige Bedeutung zu. "Wenn hier das eigene Geschäft nicht profitabel ist, werden Absprachen mit Zugbetreibern wie ICE oder TGV wichtig." Sowohl Air France als auch die deutsche Lufthansa hatten bereits zuvor Kooperationen mit Betreibern von Hochgeschwindigkeitszügen, in deren Rahmen ein bestimmtes Sitzplatzkontingent für Flugpassagiere gebucht wurde. Air France sei jedoch mit der Qualität der Zugverbindungen nicht zufrieden gewesen, weshalb man nach eigenen Lösungen suchte, berichtete das französische Magazin La Vie du Rail International. Die Airline habe demnach schon seit vier Jahren nach Alternativen zu unprofitablen Kurzstrecken bzw. nach Ergänzungen zu Flugstrecken im Schienennetz gesucht. "Im Kurzstreckenverkehr war der Wettbewerb zwischen den Fluglinien schon bislang relativ stark ausgeprägt. Vor allem die Low-Cost-Carrier haben den großen Linien auch vor dem aktuellen Anstieg des Ölpreises große Konkurrenz gemacht", sagt Götz gegenüber pressetext. (Ende)
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