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Sa, 26.05.2012
pte20080618025 Unternehmen/Finanzen, Auto/Verkehr
Preisschock: US-Airlines verlieren zehn Mrd. Dollar
Experte sieht Prognose als legitim und verweist auf Einsparungen
New York/Frankfurt am Main (pte025/18.06.2008/12:13) - Die US-Airlines kapitulieren vor der nicht enden wollenden Öl- und Kerosinpreisrally. Laut einer Prognose des Luftfahrtverbands International Air Transport Association (IATA) http://www.iata.org wird für 2008 mit einem Verlust von rund zehn Mrd. Dollar gerechnet. Wie das Wall Street Journal heute, Mittwoch, berichtet, sei mit dem "Absturz" der Airlines auch die US-Konjunktur gefährdet. Angesichts neuer Preis-Hiobsbotschaften sind Northwest Airlines und Air Canada dazu übergegangen, bestimmte Flugstrecken komplett einzustellen, Kapazitäten zu verringern und sogar über den Herbst und Winter Jobs zu streichen. Zudem erwägen Virgin American und AirTran Airways verfügbare Sitzplätze zu verringern. "Der prognostizierte Verlust scheint mir ein wenig hoch gegriffen, ist aber aus Sicht der IATA legitim. Dieses Schreckensszenario könnte nur bei keiner Ölpreis-Entlastung bis Jahresende eintreten. Ich rechne damit, dass sich der Ölpreis bis Ende 2008 bei 120 Dollar einpendeln wird", so Analyst Jürgen Pieper von Metzler Asset Management gegenüber pressetext. Dennoch scheint der gegenwärtige Ölpreis von 140 Dollar je Barrel auf längere Sicht hinaus noch längst nicht den endgültigen Höchststand zu markieren. Einer unter rund 500 Top-Managern durchgeführten Umfrage des Handelsblatts zufolge, rechnen drei Viertel der Befragten für die nächsten zwei Jahre damit, dass die 150-Dollar-Marke alles andere als utopisch bleibt. Vor diesem düsteren Preisszenario ausgehend, dürften sich die Kerosinpreise für die Fluggesellschaften allein für das laufende Geschäftsjahr auf mehr als 61 Mrd. Dollar belaufen. So forderte James May von der IATA vor allem Politiker dazu auf, schnellstmöglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Fluggesellschaften als Wirtschaftstreiber zu unterstützen. "Die Airlines müssen ihre Ergebnisse 2008 weiter nach unten revidieren. Meiner Meinung nach, wird aber auch der politische Druck in Hinblick auf die Kerosinbesteuerung und CO2-Debatte zunehmen. Dies wird sich auf die Ticketpreise auswirken. Schließlich kann es nicht sein, dass die Taxifahrt zum Flughafen noch mehr kostet als der Flug selbst", so Pieper. Laut der IATA wäre der für 2008 veranschlagte Branchenverlust der zweithöchste Fehlbetrag, mit dem man seit 2002 konfrontiert gewesen sei. Im Zuge des Zusammenschlusses der beiden US-Fluggesellschaften Delta Air Lines und Northwest Airlines zur größten Airline der Welt (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080415031) wolle Northwest noch im vierten Quartal die Kapazität um 8,5 bis 9,5 Prozent verringern, teilte das Unternehmen bereits am Dienstag mit. Trotz der Auswirkungen auf die Arbeitsplätze sei derzeit noch unklar, wie viele Mitarbeiter unter Umständen gehen müssen. Delta hingegen ist die letzte große US-Airline, die ihre eigenen Kapazitäten auf das aktuelle Marktumfeld abstimmen muss. Bisher geplant ist die Stillegung von 14 Boeing- und Airbus-Flugzeugen. Zudem soll die DC-9-Flotte mit 33 Maschinen drastisch reduziert werden. "An Einsparungen führt in Zeiten wie diesen kein Weg vorbei", unterstreicht Pieper auf Nachfrage von pressetext. So vermeldete United Airlines unlängst, dass die Kerosinkosten 2008 gegenüber dem Vorjahr um horrende 3,5 Mrd. Dollar auf nunmehr 9,5 Mrd. Dollar angestiegen sind. Angesichts dieser Steigerung sollen 100 Jets der 460 Stück umfassenden Flugzeugflotte gestrichen und Personal entlassen werden. Aber auch Air Canada muss auf die verschärfte Geschäftssituation reagieren und will 2008 Kapazitäten von rund sieben Prozent streichen und ebenfalls an der Personalschraube drehen. Informationen des Wall Street Journals nach stehen etwa 2.000 Arbeitsplätze zur Disposition, dies entspricht rund sieben Prozent der Gesamtbelegschaft. (Ende)
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