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pte20080618004 Unternehmen/Finanzen, Auto/Verkehr
Nachfrageflop: Ford macht Fabrik dicht
Kapazitätsanpassungen laut Analyst unausweichlich
Ford kämpft gegen Nachfrageschwund (Foto: ford.com)
Ford kämpft gegen Nachfrageschwund (Foto: ford.com)

Detroit/Frankfurt am Main (pte004/18.06.2008/06:15) - Die schwache Nachfrage nach großen, benzinschluckenden Fahrzeugen hat neben Chrysler und General Motors nun auch US-Autobauer Ford http://www.ford.com schwer getroffen. Wie die BusinessWeek berichtet, ist der Konzern wegen der schlechten Konjunktur und des hohen Öl- und Benzinpreises mittlerweile gezwungen, einen Produktionsstandort in Michigan ab dem 23. Juni für neun Wochen zu schließen. Die Fabrik, die unter anderem Geländewagen des Typs "Lincoln Navigator" und "Expedition" herstellt, soll demnach mindestens bis zum 25. August dieses Jahres geschlossen bleiben. Analysten kritisieren unterdessen, dass Ford nach wie vor zu viele Fabriken betreibt und sich verstärkter auf das ohnehin umkämpfte Kleinwagen-Geschäft konzentrieren sollte. Dies dürfte einer der Gründe dafür sein, warum Ford bereits im Mai angekündigt hat, 2009 nicht den Profitabilitäts-Turnaround zu schaffen.

"Der Trend in der US-Automobilindustrie, mit Kapazitätsanpassungen auf die
sinkende Nachfrage zu reagieren, ist zwar kurzfristig schmerzhaft, aber ohne echte Alternative", sagt Deutsche-Bank-Research-Automobilmarktanalyst Eric Heymann im Gespräch mit pressetext. Laut dem Experten sei die Restrukturierung der US-amerikanischen Autobauer nicht neu, aber die Konsolidierungsphase noch nicht abgeschlossen. "2001 befand sich der Kfz-Absatz in den USA auf einem konjunkturellen Höhepunkt. Seither ging es fast ausschließlich darum, mit preisbezogenen Rabattschlachten die eigenen Marktanteile zu verteidigen und die Auslastung der Fabriken zu sichern. Angesichts der zuletzt stark sinkenden Nachfrage vor allem nach Fahrzeugen mit hohem Benzinverbrauch kann diese Strategie nicht länger aufgehen", meint Heymann weiter.

Aktuellen Marktzahlen des Researchunternehmens Autodata nach sind die Verkaufszahlen allein beim Expedition in den ersten fünf Monaten des laufenden Geschäftsjahres um satte 31 Prozent und damit um fast ein Drittel zurückgegangen. Ähnlich schlecht geht es dem Lincoln Navigator, der im Betrachtungszeitraum absatzbezogen um 22 Prozent zurückging. Laut dem Bericht könnte Ford die Auslieferung sowohl des Lincoln Navigator für 124 Tage als auch die des Expedition für 100 Tage sicherstellen. Obwohl der Automobilgigant unlängst bereits in Aussicht gestellt hat, die Produktionslinie in Michigan in den Sommermonaten für die Zeit von fünf Wochen auszusetzen, überrascht die plötzliche Ankündigung, die Produktion für mehr als zwei Monate komplett einzustellen. Branchenkenner führen die Zurückhaltung vor allem auf die drohende Rezession und damit verbundene Konjunkturabkühlungen zurück.

"Wir werden das tun, was nötig ist, um unsere Produktionskapazitäten in Einklang mit der auf dem Markt vorhandenen Nachfrage zu bringen", wird Ford-Sprecherin Angie Kozleski zitiert. Derzeit arbeiten in der Fabrik unter anderem rund 1.400 Zeitarbeitnehmer, die während dieser Zwangspause zwar entlassen werden sollen, tarifbedingt (United Auto Workers) jedoch rund 95 Prozent ihres Gehaltes weiter beziehen dürfen. Ford-Chef Alan Mulally nach müsse man die geplanten Maßnahmen durchsetzen, da sich der kaum exportorientierte Automobilmarkt in den USA derzeit grundlegend verändere. Primär ausschlaggebend seien dem Konzernlenker zufolge der Trend zu weniger Sprit fressenden Kleinwagen, da eine Gallone Benzin in den Staaten vier Dollar kostet. Dieser Umstand veranlasste Erzrivalen General Motors unlängst dazu, offen über einen Verkauf seiner prestigeträchtigen Hummer-Geländewagen-Sparte nachzudenken (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080604021).

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.austria
   
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