VORSCHAU

PRESSETERMINE

AKTUELLES PRESSEFOTO



WETTER
Graz: wolkig
21°
Innsbruck: heiter
25°
Linz: wolkig
25°
Wien: heiter
23°
© wetter.net

Stadtname / PLZ

AKTIENKURSE
 
BUSINESS
Mo, 21.05.2012
Meldung drucken Artikel weiterleiten
pte20080612030 Unternehmen/Finanzen, Bildung/Karriere
Groteskes Sterbegeld: Managererben kassieren Millionen
Expertin fordert mehr Augenmaß und sieht Höhe als indiskutabel
"Goldene Särge" liegen im Trend (Foto: pixelio.de, Karrenbrock)

New York/Düsseldorf (pte030/12.06.2008/12:10) - Die Vergütungspraktiken amerikanischer Großunternehmen gegenüber ihren Top-Managern nehmen immer groteskere Züge an. Nach dem Tod eines führenden Konzernlenkers erhalten die Erben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten bis zu 298 Mio. Dollar. Wie das Wall Street Journal heute, Donnerstag, aufgedeckt hat, bekommen Nachkommen auch nach dem Ableben einer Führungskraft das Gehalt fünf Jahre lang plus Boni und Lebensversicherung von der Firma weiterhin ausbezahlt. Die Spitzenplätze bei den "Verstorbenenvergütungen" nehmen Brian Roberts, Vorstandsvorsitzender des Kabelfernseh-Anbieters Comcast, mit knapp 300 Mio. Dollar, Eugene Isenberg, CEO von Nabors Industries, mit 288 Mio. Dollar und James Flores, CEO von Plains Exploration & Production, mit 166,5 Mio. Dollar ein.

"Abfindungen in diesen Dimensionen wären in Deutschland nicht vorstellbar und sind für mich darüber hinaus absolut indiskutabel", kritisiert Christiane Hölz, Vergütungsexpertin bei der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz http://www.dsw-info.de , im Gespräch mit pressetext. Laut Hölz ist dies eine "Frage der Angemessenheitsprüfung", wobei vor allem bei den Nachverträgen der Manager mit den Unternehmen "auch im Sinne der Anleger mehr Augenmaß gefordert" ist. Selbst die ausbezahlten Summen am Beispiel Isenberg zeigen die Verhältnislosigkeit. Würde der 78-jährige Top-Manager schon morgen sterben, erhielten die Angehörigen so viel Kapital, wie das eigene Ölförderunternehmen allein im ersten Quartal 2008 verdient hat. Dennoch scheint diese Praxis keine Ausnahme, sondern Standard zu sein.

So bieten Konzerne ihren CEOs mittlerweile üppig notierte Sterbegeld-Versicherungspakete an. Auch machen die Unternehmen den eigenen Führungskräften häufig das Angebot, im Todesfall Optionsscheine oder Aktien an die Hinterbliebenen auszubezahlen. Sogenannte "Death Benefits" haben sich durchgesetzt und zielen auf eine höchstmögliche Loyalität der CEOs ab. Diese horrenden Abfindungen werden oft auch mit "goldenen Särgen" verglichen. Wegen der fehlenden Transparenz bei der Höhe der Festlegung der Vergütungen wurde in den USA inzwischen eine Gesetzesnovelle erlassen, die Unternehmen dazu zwingt, mindestens 18 Monate vor dem geschätzten CEO-Ableben unter bestimmten Umständen offenzulegen, was man beabsichtigt, den Erben zu überlassen.

Da die Zahlungen scheinbar unabhängig von den unter den CEOs erzielten Performancezahlen der Konzerne erfolgen, kritisieren Experten die Praxis. Diese wiederum argumentieren damit, auf angemessene Weise für die Angehörigen nach dem Tod zu sorgen. Mit diesen "Pay Packages" wollen die Firmen verhindern, dass leitende CEOs früher ausscheiden oder gar zur Konkurrenz wechseln. "Vorstandsvorsitzende und deren Kollegen sollen gutes Geld für gute Arbeit erhalten. Obergrenzen, die sich auf Berechnungen der kleinsten Angestellten-Gehälter beziehen, halte ich hingegen für schwierig", erklärt Hölz auf Nachfrage von pressetext. Selbst bei den Anlegern, die mit ihren Aktien Anteile an den Unternehmen besitzen, macht sich mittlerweile Unmut über die ohnehin zu Lebzeiten hoch bezahlten Manager breit.

Das Argument, CEOs oder Vorstandsvorsitzende könnten noch während ihres Lebens problemlos selbst eine entsprechende Multi-Mio.-Lebensversicherung bezahlen und die Angehörigen auf diese Weise abfinden, scheint auf der Führungsebene nur schwer zu entkräften. Stattdessen ist es in großen US-Konzernen nach wie vor üblich, dass man für seine CEOs in eigens dafür abgeschlossene Versicherungskassen einbezahlt. Wie clever so manch hochbezahlter US-Top-Manager für den Fall der Fälle vorgesorgt hat, zeigt sich besonders bei James Bernhardt, dem CEO des Industriegiganten Shaw Group. Dieser ließ sich für 17,4 Mio. Dollar "garantieren", dass dessen Managerstab nach seinem Tod nicht zur Konkurrenz überläuft.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.austria
   
Wie fanden Sie diese Meldung?
Weitersagen
likes dislike Share Share |
FACEBOOK
ETARGET

FOCUSTHEMA


SPECIALS


Werbung
middleAdvertising