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pte20080603027 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Ryanair mit Bauchlandung im vierten Quartal
Sterben der Fluggesellschaften durch hohen Ölpreis bedingt
Airlines wegen Ölpreis unter Zugzwang (Foto: pixelio.de, O. Fischer)
Airlines wegen Ölpreis unter Zugzwang (Foto: pixelio.de, O. Fischer)

Dublin/Wien (pte027/03.06.2008/13:00) - Europas größte Billigfluglinie Ryanair http://www.ryanair.com kämpft neben den sehr hohen Kerosinpreisen im vierten Quartal mit einer außerplanmäßigen Abschreibung über 91,6 Mio. Euro. Durch die Beteiligung am irischen Konkurrenten Aer Lingus rutschte die Airline von Januar bis März mit rund 64 Mio. Euro in die Verlustzone. So gelten die Ryanair-Zahlen für den Großteil der Analysten als beunruhigend und als weiteres Indiz für die gegenwärtige Kostenkrise in der gesamten Branche. Noch ein Jahr zuvor konnte Ryanair einen Gewinn von 58,7 Mio. Euro erwirtschaften. Bereinigt um die Abschreibungen übertraf das Unternehmen jedoch leicht die Schätzungen der Analysten. Auch die Umsätze entwickelten sich mit einem Zuwachs von 21 Prozent auf 590 Mio. Euro etwas besser als gedacht. "Die gesamte Industrie befindet sich bereits seit 2002 in einer Dauerkrise. Trotz des hohen Ölpreises gehe ich davon aus, dass Ryanair überlebt", so RCB-Airline-Analyst Bernd Maurer gegenüber pressetext.

Angesichts der nur wenig erfreulichen Quartalszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr fällt der Ausblick für das kommende Jahr 2008/2009 eher verhalten aus. Bei einem Ölpreis von 130 Dollar und im Schnitt fünf Prozent teureren Ticketpreisen rechnet der Flug-Discounter nur mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Damit revidiert die Fluggesellschaft ihren in Aussicht gestellten Gewinnkorridor zwischen 235 und 500 Mio. Euro nach unten. Dennoch bleibt die Schadenfreude über diese moderate Entwicklung bei der Konkurrenz weitgehend aus. Erst vergangene Woche gab Air Berlin einen "saisonal bedingten" operativen Verlust von 85 auf 67,7 Mio. Euro bekannt. So rechne man nur bei konstanten Treibstoffpreisen mit einem positiven operativen Ergebnis (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080529028).

Trotz schwieriger Bedingungen und weltweit rund 24 Airline-Pleiten in den vergangenen sechs Monaten will Ryanair der Konkurrenz ein Schnippchen schlagen. "Hohe Ölpreise bedeuten nicht das Ende der Billigflieger. Vielmehr bringt der Abschwung der Branche enorme Chancen für Fluggesellschaften wie uns", zeigt sich Ryanair-Chef Michael O'Leary zuversichtlich. Um die Kosten nachhaltig drücken zu können, will die Airline im kommenden Winter bis zu 20 Flugzeuge zeitweise dort am Boden lassen, wo die Flughafengebühren nach wie vor zu hoch sind. Von diesen Plänen betroffen sollen vorrangig Stansted und Dublin sein. Als weitere aktive Kosteneinsparung bzw. Umsatzsteigerung setzt Ryanair auf das Geschäft mit neuen Gebühren wie beispielsweise für aufgegebene Gepäckstücke.

Unterdessen kritisieren Experten das Ryanair-Management. Vor allem, dass man nicht nur am Komfort für den Fluggast gespart, sondern sich nicht oder erst zu spät gegen die steigenden Treibstoffkosten abgesichert hat, wird der Airline angekreidet. Aber auch die Preispolitik, bei der man die Tickets gesenkt hat, um mehr Kunden in die Maschinen zu bekommen, wird kritisiert. Die aktuellen Geschäftszahlen für das vierte Quartal schlagen sich jedoch auch auf den Aktienkurs nieder. Allein in diesem Jahr sank der Kurs um mehr als 40 Prozent auf zuletzt 2,64 Euro. Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (12:15 Uhr) notiert das Papier mit 6,57 Prozent überraschend im Plus bei 2,92 Euro. "Der Konjunkturabschwung führt vor allem dazu, dass der Konsum zurückgeht. Insofern funktioniert das Business-Modell Ryanairs nur dann, wenn die Ticketpreise für die Konsumenten niedrig sind", so Maurer abschließend.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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