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pte20080515029 Unternehmen/Finanzen, Umwelt/Energie
RWE schockt mit Gewinneinbruch um 49 Prozent
Jahresprognose beibehalten - American Water belastet
RWE trotzdem zuversichtlich (Foto: pixelio.de, Paul-Georg Meister)
RWE trotzdem zuversichtlich (Foto: pixelio.de, Paul-Georg Meister)

Essen/Düsseldorf/Bielefeld (pte029/15.05.2008/12:30) - Der deutsche Energieversorger RWE http://www.rwe.de hat wegen Abschreibungen auf seine Tochtergesellschaft American Water beim Gewinn für das erste Quartal unerwartet stark um 49 Prozent verloren. Wie der Konzern heute, Donnerstag, bekannt gab, sank der Überschuss von 1,57 Mrd. auf 0,81 Mrd. Euro. Damit verfehlt der Energieriese die Prognosen der Analysten, die mit 0,87 Mrd. Euro etwas mehr erwartet hatten. Der Free Cash Flow verringerte sich von 897 Mio. auf 809 Mio. Euro. Der erst im April dieses Jahres gestartete Börsengang der RWE-Tochter spülte dem Mutterkonzern deutlich weniger Geld in die Kassen, was im Zuge der Finanzkrise dazu führte, dass der Ausgabepreis von einst 24 bis 26 Dollar schließlich auf 21,50 Dollar zurückgenommen werden musste. Aber auch der bereinigte Überschuss von E.ON http://www.eon.de sank im ersten Quartal um sieben Prozent auf 1,8 Mrd. Euro, während der Umsatz um acht Prozent auf 22,8 Mrd. Euro anstieg.

"RWE liegt wie E.ON leicht unter den Erwartungen. Dennoch wurden die Jahresziele bestätigt. Insofern sind die Marktreaktionen eher gemischt als nur optimistisch", so Energie-Analyst Pawel Piechaczek vom Bankhaus Lampe http://www.bankhaus-lampe.de im Gespräch mit pressetext. Die Belastungen bei RWE führten dazu, dass auch das operative Ergebnis die Erwartungen der Experten enttäuschte. Zwar stieg der für die RWE-Dividende wichtige nachhaltige Gewinn von 1,38 Mrd. auf insgesamt 1,42 Mrd. Euro, dennoch wurde mit 1,43 Mrd. Euro gerechnet. Ursachen für die gegenwärtige Geschäftsmisere sind eine schwächere Entwicklung im Handelsgeschäft und die aus regulatorischen Gründen niedrigen Netzentgelte. "Der Börsengang von American Water wäre für RWE in 2007 besser gewesen. Das Marktumfeld ist durch die Finanzkrise jedoch nach wie vor schwierig. Insofern ist es nur konsequent, den IPO im April dieses Jahres durchgezogen zu haben", sagt Piechaczek weiter.

Als Wermutstropfen sehen Fachleute den gestiegenen Umsatz um 3,1 Prozent auf 13,4 Mrd. Euro. Der Konzern zeigt sich aber zuversichtlich, den Ergebnisrückgang in den kommenden drei Quartalen kompensieren zu können. So geht Deutschlands größter Stromproduzent davon aus, einen Nettogewinn zu erzielen, der wegen der Einmalbelastung durch American Water leicht unter dem Vorjahreswert liegen wird. Noch vor drei Monaten hatte das Unternehmen mehr als zehn Prozent prognostiziert. Obwohl die Aktie beim Bankhaus Schwarz & Lang vorbörslich leicht im Plus lag, verlor die Aktie in diesem Jahr bereits satte 19 Prozent an Wert. Von den schlechten Nachrichten beeinflusst, sank der Kurs des Unternehmens bei Redaktionsschluss dieser Meldung (11:11 Uhr) um 0,50 Prozent auf 76,99 Euro je Papier.

Optimismus versprühte der Konzern kürzlich damit, sich am britischen Kernkraftkonzern British Energy beteiligen zu wollen, da das staatliche Unternehmen schon bald zerschlagen werden könnte. Insider sehen trotz der gut erschlossenen Standorte für den Bau neuer Atomanlagen jedoch Probleme, die unkalkulierbare Risiken bergen. "Obwohl die Essener eigenen Angaben nach eine Offerte geprüft haben, will man sich nicht oder nur bedingt an British Energy beteiligen. Ich halte den Einstieg RWEs nur in vereinzelten Projekten unter Umständen sogar mit Vattenfall für möglich", ergänzt Piechaczek gegenüber pressetext. Branchenkreise sind zudem hellhörig geworden, nachdem E.ON gestern Nachmittag bekannt gab, "einige Interessenten für den Kauf der Stromnetze" vorweisen zu können. Bei den Interessenten handle es sich um ausländische Netzbetreiber und Finanzinvestoren, so E.ON. Bereits vor einer Woche hatte die australische Finanzgruppe Macquarie Interesse bekundet.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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