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Fr, 25.05.2012
pte20080514041 Unternehmen/Finanzen, Medien/Kommunikation
Streitbarer Milliardär Icahn attackiert Yahoo-Spitze
Experte hält Revival der Verhandlungen mit Microsoft für denkbar
Sunnyvale/Redmond/Wien (pte041/14.05.2008/16:40) - Der streitbare US-Milliardär Carl Icahn hat sich bei dem Internetkonzern Yahoo eingekauft und erwägt nun einen Machtkampf mit der Unternehmensführung um Firmengründer Jerry Yang. Diese Konstellation könnte sich positiv auf Microsoft auswirken, am Ende womöglich doch noch Yahoo übernehmen zu können. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf eine informierte Person berichtet, sei eine Verbrüderung Icahns mit Hedge Fonds derzeit jedoch unwahrscheinlich. Obwohl Icahn mittlerweile rund 50 Mio. Yahoo-Aktien besitzt, was einem Anteil von rund 3,5 Prozent am Gesamtkonzern entspricht, habe dieser bisher noch nicht von der Absicht Microsofts nach einem neuerlichen Übernahmeanlauf erfahren, heißt es weiter. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen Icahns muss Insidern nach bis morgen, Donnerstag, fallen, um diese auf der Hauptversammlung am 3. Juli noch umsetzen zu können. "Icahn ist dafür bekannt, kurz nach seinem Einstieg das Management unter Druck zu setzen. Das war bereits bei der Zerschlagung von Time Warner der Fall und ich halte es für möglich, dass er auch bei Yahoo schnell den Einfluss über gleichgesinnte Fonds vergrößern wird", unterstreicht RZB-Analyst Andreas Schiller im Gespräch mit pressetext. Laut dem Experten ist jedoch noch völlig offen, ob Icahn eine rein kurzfristig auf die Erhöhung der Performance angelegte Strategie verfolgt oder doch langfristig eine Einigung mit Microsoft sucht. "Fakt ist jedoch, dass Yahoo im Rahmen dieser Ungewissheit davon profitiert und der Kurs kurzzeitig angestiegen ist. Ob sich dieser Effekt länger hält und ausschließlich auf das Tun Icahns zurückzuführen ist, kann man derzeit noch nicht sagen", so Schiller. Im Falle einer Mehrheitsfindung durch den Investor sei eine Übernahme durch Microsoft denkbar. Angeheizt von den Spekulationen über die künftigen Schritte des für seine Attacken bekannten Investors schnellte der Yahoo-Kurs bereits gestern um 5,2 Prozent auf 26,56 Dollar in die Höhe. Im Zuge der Ablehnung über das Microsoft-Angebot, das zuletzt sogar um fünf Mrd. auf 47,5 Mrd. Dollar ausgedehnt wurde, zog sich das Yahoo-Management den Zorn seiner Großaktionäre zu. Capital Research Management und Legg Mason, die zusammen fast 25 Prozent an dem Internetunternehmen halten, sind über die Weigerung der Yahoo-Spitze nach wie vor sehr ungehalten. Dies führte sogar dazu, dass einige Anteilseigner bereits gegen den Konzern juristisch vorgehen. Insidern nach könnte Icahn von sogenannten "Activist Investors" (pressetext berichtete: http://www.pte.ch/pte.mc?pte=080222012 ) wie Scott Galloway und dessen Investmentfirma Firebrand Partners Unterstützung erhalten. Obwohl sich Yahoo bislang noch nicht zu den Überlegungen Icahns geäußert hat, reichen die Mutmaßungen um die Absichten des Investors von einer Übernahme durch Microsoft bis hin zu einer Mehrheitssuche, um Yang zu stürzen. Die Strategie, Yang über den Verwaltungsrat noch zu einem Einlenken mit Microsoft zu drängen, sehen Juristen als aussichtsreich. Vorraussetzung dafür sei jedoch, dass die Redmonder bei diesem Plan mitspielen und willens sind, mit Yahoo an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Begleitumstände für Icahn sind positiv geprägt, dass der Yahoo-Aktionär und Chef des Investmentfonds Ironfire Capital, Eric Jackson, dafür wirbt, den Yahoo-Verwaltungsrat nicht zu entlasten. Dieser wirft der Yahoo-Führung das Scheitern der Übernahmeverhandlungen mit Microsoft vor. Zusammen mit anderen Anteilsinhabern wolle man nun die Ablösung des Yahoo-Direktoriums prüfen. (Ende)
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