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Fr, 25.05.2012
pte20080513018 Unternehmen/Finanzen, Auto/Verkehr
Al-Jaber-Deal geplatzt: AUA öffnet Hintertür
Trotz Fristverlängerung erfolgreicher Abschluss unwahrscheinlich
Wien (pte018/13.05.2008/12:00) - Ungeachtet des vorläufig abgesagten Einstiegs des saudisch-österreichischen Investors Mohamed Bin Issa Al Jaber bei der Austrian Airlines (AUA) http://www.aua.at gibt Konzernchef Alfred Ötsch nicht auf. Wie der Konzern heute, Dienstag, in einer knappen Stellungnahme mitteilte, "wurde eine angemessene Nachfrist bis zum 21. Mai 2008 gesetzt", so die Fluggesellschaft. "Eine solche Verlängerung wird jedoch nichts grundlegend an der Entscheidung Al Jabers ändern. Dass es doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss kommt, halte ich somit für sehr unwahrscheinlich", erläutert UniCredit-Analystin Marion Swoboda-Brachvogel gegenüber pressetext. Zudem weist die AUA die Vorwürfe einer "arglistigen Irreführung" auf das Schärfste zurück und behält sich rechtliche Schritte vor. Der Investor hatte zuvor argumentiert, von der AUA "in die Irre geführt" worden zu sein, da die Verluste allein für das erste Quartal über 60 Mio. Euro betragen haben und dieser zu spät informiert wurde (pressetext berichtete http://pressetext.at/pte.mc?pte=080505027 ). Dies hat die zu 42,75 Prozent an der AUA als Kernaktionär beteiligte Staatsholding ÖIAG http://www.oeiag.at am Montagabend bestätigt. Medienberichten zufolge hatte der Scheich Finanzminister Molterer und ÖIAG-Chef Peter Michaelis davon bereits am Freitag informiert. Der Grund: Die von Al Jaber gestellten Forderungen über zwei Aufsichtsräte, einen zusätzlichen Vorstand und ein tragfähiges Sanierungskonzept seien zwar von Molterer zugesagt, von Michaelis jedoch nicht erfüllt worden, heißt es. Zudem wollte sich Al Jaber nur dann noch umstimmen lassen, wenn dieser zusätzlich um bis zu 50 Mio. Euro mindestens neun Prozent weitere AUA-Aktien zum Kurs von rund 4,2 Euro zukaufen kann. "Die Verluste sind derzeit noch verkraftbar. Sollte der Ölpreis weiterhin auf die Kerosinpreise drücken und der Fremdfinanzierungsbedarf zunehmen, kann dies aber leicht zu Problemen führen", so Swoboda-Brachvogel. Spekulationen über den Absprung des Scheichs wegen Finanzierungsproblemen, die nach dem Verfall der AUA-Aktie aufgetreten seien, wies das Investorenumfeld unter Verweis auf Bankenauskünfte über die Bonität zurück. Vorgesehen war, dass dieser 7,10 Euro je Aktie zahlen sollte - fast doppelt so viel, wie das Papier wert ist. Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (11:11 Uhr) notiert die Aktie mit einem Minus von 1,44 Prozent bei nur 4,12 Euro. Die AUA hingegen pocht in Bezug auf den Scheich weiter auf die "Rechtsgültigkeit der Verträge", die Investitionen im Ausmaß von 150 Mio. Euro vorsehen. "Ich hoffe nach wie vor, dass man sich einigen wird und das angeschlagene Verhältnis reparierbar ist", so Günter Geyer, Generaldirektor des AUA-Goßaktionärs Wiener Städtische Versicherung http://www.wienerstaedtische.at , auf Nachfrage von pressetext. Bereits vor der Hauptversammlung vom vergangenen Mittwoch, auf der die Kapitalspritze für die AUA beschlossen wurde, kritisierten Kleinaktionärsvertreter den geplanten Einstig Al Jabers (pressetext berichtete: http://pressetext.at/pte.mc?pte=080226001 ). Den "strategischen Mehrwert" stellt auch Swoboda-Brachvogel in Frage. "Trotz der guten Beziehungen Al Jabers in die Destinationen sehe ich keine direkten Synergien", so die Expertin gegenüber pressetext. Zwar sei das Management inzwischen offener gegenüber Alternativen, aber vor allem Ötsch wird sich der Kritik stellen müssen. Einen Rücktritt sehen Brancheninsider mittlerweile für nicht mehr völlig ausgeschlossen. Der Beschluss einer Kapitalerhöhung auf Verdacht ruft zudem Juristen auf den Plan, die der AUA nun mit Anfechtungsklagen drohen. (Ende)
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