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Fr, 25.05.2012
pte20080423022 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Olympia-Kritiker nehmen Sponsoren ins Visier
Unternehmen sehen Verantwortung bei der Politik
Peking (pte022/23.04.2008/12:44) - Die Proteste gegen die Olympischen Spiele in Peking richten sich nun auch gegen die Sponsoren. Im Zuge der internationalen Welle von Kritik an Chinas Umgang mit Menschrechten, der herrschenden Zensur sowie dem Tibetkonflikt wollen Olympia-Gegner nun auch jene Unternehmen zur Verantwortung ziehen, die das Sportspektakel finanziell unterstützen. So warnten etwa tibetische Protest-Gruppen Coca-Cola http://www.coca-cola.com davor, sich mit der Sponsorentätigkeit zum Komplizen an einem humanitären Desaster zu machen. Darüber hinaus forderten sie, dass der Konzern seinen Einfluss nutzen sollte, um Tibet von der olympischen Fackellaufroute zu nehmen, berichtet der Guardian. Die Aktivisten drängen darauf, dass die Unternehmen Druck auf das IOC und Peking machen und Veränderungen erwirken. Andernfalls würden sie riskieren, ihre Marken mit der Sponsorentätigkeit zu schädigen. Ob daraus tatsächlich ein negatives Image entstehen könnte, werde sich erst zeigen, wenn die Spiele im Gang sind. "Wichtiger als das reine Sponsoring wird für die Marken sein, wie sie in der Kommunikation und im Marketing vorgehen bzw. wahrgenommen werden", meint Markenexperte Markus Hübner, Geschäftsführer von brandflow http://www.brandflow.at , auf Nachfrage von pressetext. Für Marken werde es wichtig sein eine Trennlinie zwischen dem Beweggrund der Unterstützung des olympischen Gedankens in China und dessen Markt zu ziehen. "Unternehmen, die nicht handeln, müssen mit Demonstrationen und Protestbriefen rechnen. Wir werden die Menschen dazu aufrufen, ihre Werbung zu ignorieren", sagt Ellen Freudenheim von der Kampagne Dream for Dafur. Es sei zwar klar, dass Sponsoren keine Politik machen, aber sie hätten eine starke wirtschaftliche Kraft, internationale Präsenz und Lobby-Firmen. Das alles könne in diesem Zusammenhang genutzt werden. "Globale Major Brands wie Coca-Cola haben sicherlich einen Einfluss auf das jeweilige Leben und die Lebenseinstellung entsprechender Märkte. Das bezieht sich aber auf einen produktbezogenen Kontext", meint dazu Hübner. Marken könnten sich zwar für politische Themen stark machen, doch die Gefahr, die damit einhergeht, im Markt Anteile zu verlieren, sei zu groß. Die Sponsoren ihrerseits argumentieren, es sei schlichtweg unfair, ihnen die politische Verantwortung für Handlungen der chinesischen Regierung zu übertragen. Sportartikel-Hersteller Adidas etwa zeigt sich "bewusst über die Wichtigkeit der Wahrung von Menschenrechten". Dennoch sollte von Sponsoren nicht erwartet werden, dass sie politische Fragen lösen. Coca-Cola verweist darauf, dass der Konzern die Olympischen Spiele seit 1928 unterstütze und beteuert große Sorge in Hinblick auf den Tibetkonflikt. Amnesty International http://www.amnesty.org hat alle Olympia-Partner indes dazu aufgefordert, jegliche Menschenrechtsfragen direkt vor dem IOC und Peking anzubringen. Die universelle Erklärung der Menschenrechte nehme jedes Individuum und jedes gesellschaftliche Organ in die Pflicht. "Unternehmen haben Einfluss und wir wollen sie dazu aufrufen, diesen öffentlich auszuüben", so Robert Gooden, Koordinator für die Region Asien/Pazifik bei Amnesty. Die Aktivisten glauben fest daran, dass ihre Proteste bereits Wirkung zeigen. Einige Sponsoren würden zumindest hinter vorgehaltener Hand bereits Bedenken aufwerfen, heißt es. (Ende)
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