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pte20080322009 Medien/Kommunikation, Computer/Telekommunikation
Das Internet macht den Krieg interaktiv
"Großes Problem der Kriegsberichterstattung ist die Objektivität"
In Weblogs berichten US-Soldaten von ihrem Einsatz im Irak (Foto: blog.justanothersoldier.com)
In Weblogs berichten US-Soldaten von ihrem Einsatz im Irak (Foto: blog.justanothersoldier.com)

Baghdad (pte009/22.03.2008/13:45) - Das Internet hat die Art und Weise der Kriegsberichterstattung weitreichend verändert. Ob Al-Qaida-Anhänger, konservative Blogger, Friedensaktivisten, irakische Zivilisten oder das US-Militär, sie alle nutzen das Online-Medium, um die jeweils eigene Sicht der Dinge in Bezug auf das aktuelle Geschehen zu verbreiten. Soldaten der US-Armee beschreiben in mittlerweile Hunderten von eigenen Weblogs ihre persönlichen Tagesabläufe, Probleme und Meinungen. Die zunehmende Verbreitung und die ständig fortschreitende technologische Weiterentwicklung des Webs hat dabei nicht nur entscheidenden Einfluss auf die Geschwindigkeit, mit der Nachrichteninhalte aus einem Krisengebiet in die Heimat übermittelt werden können. Durch das weltweite Netz hat sich die Kriegsberichterstattung vielmehr insgesamt gewandelt, sie ist viel interaktiver geworden. Dies zeigt sich besonders deutlich im Rahmen der derzeitigen Irak-Berichterstattung.

"Der Einzug des Internets in die Kriegsberichterstattung hat vor allem zu einem breiteren Informationsangebot geführt", erklärt Hendrik Zörner, Sprecher des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) http://www.djv.de , im Gespräch mit pressetext. Zu der klassischen professionellen Berichterstattung sei mittlerweile eine große Zahl von Beiträgen hinzu gekommen, die von Hobby-Journalisten erstellt werden. "Bei der Berichterstattung im Internet muss man sich die enthaltenen Informationen sehr genau ansehen und versuchen, diese auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen", betont Zörner. Ein gutes Beispiel in diesem Zusammenhang seien die aktuellen Unruhen in Tibet. "Da alle ausländischen Journalisten inzwischen das Land verlassen mussten, ist die Außenwelt in Bezug auf das dortige Geschehen auf Amateurberichte angewiesen", stellt Zörner fest. Auf wie viel Wahrheit ein solcher Bericht tatsächlich beruht, sei aber nicht immer feststellbar.

"Ein großes Problem bei der Berichterstattung aus Krisengebieten ist die Objektivität", meint Zörner. Dies gelte für jede Art von Konflikt, wo die verschiedenen Seiten versuchen würden, Einfluss auf die journalistische Aufarbeitung des Geschehens zu nehmen. "Journalisten laufen so oft in Gefahr zwischen die Fronten zu geraten", ergänzt Zörner. Wer wirklich unabhängige Informationen finden wolle, dem bleibe oft nichts anderes übrig, als selbst auf gefährliche Recherchetour zu gehen. "Dass dies nicht selten der Fall ist, belegt eine entsprechend hohe Opferzahl von Journalisten, die in Krisengebieten ums Leben gekommen sind", erläutert Zörner. Er wisse auch von Fällen, wo Journalisten aus Deutschland auf eigene Faust in den Irak gereist seien, um dann von dort aus Abnehmer für ihre Texte und Bilder zu finden. "Derartige Geschichten sind Teil der Realität im Irak", so Zörner.

Kriege sind im Laufe der Geschichte schon des Öfteren von neuen Technologien mitgeprägt worden. So war der amerikanische Bürgerkrieg etwa der erste Konflikt in der US-Geschichte, der in Form von Bildmaterial festgehalten worden ist. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Nachrichten vom Geschehen dann auf Filmrollen gebannt und an die Heimat verschickt. Der Vietnam-Konflikt brachte den Kriegsschauplatz direkt ins heimische Wohnzimmer und bei der Operation Desert Storm war es das erste Mal möglich, Live-Berichte per Satellit in die restliche Welt zu verschicken.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Markus Steiner
Tel.: +43-1-81140-317
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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