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pte20080321007 Unternehmen/Finanzen, Umwelt/Energie
Megadeal krempelt europäischen Energiemarkt um
Bieterduo will Energieriesen mit 65 Mrd. Euro schlucken
Europas Energiemarkt vor massiven Umwälzungen (Foto: pixelio.de, Gabi Schoenemann)
Europas Energiemarkt vor massiven Umwälzungen (Foto: pixelio.de, Gabi Schoenemann)

Brüssel/Paris/Madrid (pte007/21.03.2008/11:42) - Der gesamteuropäische Energiemarkt steht vor radikalen Veränderungen, wie das Wall Street Journal heute, Freitag, berichtet. Den Auslöser bildet ein geplanter Megadeal zwischen der Électricité de France (EdF), einem der größten Energiekonzerne in Europa, und der spanischen Baugesellschaft Actividades de Contrucción y Servicios (ACS). An Verhandlungen sei auch die deutsche E.On beteiligt gewesen. EdF und ACS befinden sich bereits "in fortgeschrittenen Gesprächen, ein Bieterduo zu gründen", schreibt das Blatt unter Berufung auf mit dem Thema vertraute Kreise. So habe das Duo geplant, gleichzeitig Gebote für zwei der größten spanischen Energieriesen abzugeben. Die Iberdrola, der nach Marktwert größte, und die Unión Fenosa, der drittgrößte Konzern in Spanien, sollen anhand einer Summe von rund 65 Mrd. Euro exklusive Verbindlichkeiten und Zuschläge übernommen werden.

Die Konsolidierungen der vergangenen Jahre am europäischen Energiemarkt wurden von der EU herbeigeführt, um den Wettbewerb zu fördern und die staatlichen Monopole zu zerschlagen. Marktanteile von bestehenden Anbietern wurden gekappt, um Platz für neue Market-Player zu schaffen. Die Regulierung sah eine zunehmende Marktöffnung vor. Dennoch erweist sich der geplante Megadeal alles andere als unkompliziert. Zum einen dürfte die spanische Regierung vor einer Einmischung der vom französischen Staat kontrollierten EdF in den Energiesektor wachsam sein.

Frankreichs Staatsoberhaupt, Nicolas Sarkozy, gab in Brüssel bekannt, in Gesprächen mit der spanischen Regierung zu stehen, um einen Konsens in gemeinsamen Energie-Fragen zu finden. Die EdF gehe aufgrund politischer Hindernisse in Spanien behutsam vor, um die Übernahmen erfolgreich durchführen zu können. Regulierungsbehörden und Gerichte könnten die Gebote platzen lassen. Zum anderen dürfte sich die Iberdrola einer Akquisition zur Wehr setzen, die sie ihrer Unabhängigkeit berauben würde.

Der Marktwert von Iberdrola, die neben dem spanischen auch den britischen und US-amerikanischen Markt bedient, beläuft sich auf rund 51 Mrd. Euro. Der Energiekonzern ist unter anderen in Besitz von Scottish Power und von PPM Energy, dem drittgrößten US-amerikanischen Produzenten von Windenergie. An der rund 13 Mrd. Euro schweren Unión Fenosa hält ACS bereits 45 Prozent, wobei EdF bei Zustandekommen der Konsolidierung ein Gebot für die gesamte Einheit abgeben würde. Nach der Iberdrola-Übernahme, die durch ACS erfolgen soll, würde der Konzern zerschlagen werden. So werde die britische Tochter Scottish Power, mit einem Marktwert von knapp 15 Mrd. Euro, neben weiterer Unternehmenseinheiten an die EdF weitergegeben.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Manuel Haglmüller
Tel.: +43-1-811-40-315
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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