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Fr, 10.02.2012
pte20080206040 Unternehmen/Finanzen, Politik/Recht
Mafia investiert mehrere Hundert Mio. Euro in Deutschland
Schärfere Gesetze gefordert, um Strohmänner aufzudecken
Palermo/Wiesbaden/Freiburg (pte040/06.02.2008/17:09) - Die Verbrecherorganisation Mafia hat laut Angaben des italienischen Oberstaatsanwalts Roberto Scarpinato über dreißig Jahre hinweg in den deutschen Wirtschaftsstandort mehrere Hundert Mio. Euro investiert. Mit der praktizierten Geldwäsche soll das "erwirtschaftete" Kapital dem Fahndungsdruck der italienischen Ermittlungsbehörden entzogen werden, berichtet die Wochenzeitung Die Zeit heute, Mittwoch. "Da die Investitionen der Mafia von 1982 bis heute ihre Früchte getragen haben, gehen wir jetzt von mehreren hundert Mio. Euro Mafiavermögen in Deutschland aus", so der Fahnder. "2006 wurde im Bereich der italienisch organisierten Kriminalität gegen 355 italienische Tatverdächtige ermittelt. Fünf der italienischen Gruppierungen wiesen Bezüge zur Cosa Nostra, fünf zur 'Ndrangheta sowie drei zur Camorra und zwei zur Stidde auf", sagt eine Sprecherin des deutschen Bundeskriminalamts http://www.bka.de , auf Nachfrage von pressetext. Michael Kilchling hingegen, wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht http://www.mpicc.de , geht davon aus, dass das Mafia-Kapital in Italien häufig in Firmen investiert wird. "Das legt den Schluss nahe, dass auch in Deutschland so möglichst unauffällig Geld gewaschen wird." Obwohl Scarpinato bislang noch keine genauen Zahlen vorliegen, stützt sich die Vermutung der Geldverschiebung nach Deutschland auf einen italienischen Gesetzbeschluss, der es erlaubt, Mafiagüter bei bloßem Verdacht beschlagnahmen zu dürfen. Vor diesem Hintergrund haben die Mafia-Bosse laut den italienischen Ermittlern damit begonnen, einen großen Teil ihres Vermögens in die Bundesrepublik in Staatsanleihen und Immobilien zu "veranlagen". So kritisiert der Oberstaatsanwalt auch die Ermittlungsmöglichkeiten in Deutschland und fordert, dass die Strohmänner mit schärferen deutschen Gesetzen aufgespürt und der illegale Besitz ausgeforscht wird. "So, wie die deutschen Gesetze aussehen, gibt es kaum Möglichkeiten, hier zu ermitteln", sagt Scarpinato. Folglich sei die Option, verdächtige Personen hierzulande abhören zu dürfen, nicht umfassend gesetzlich gedeckt, was das Problem weiter verschlimmere. Da es laut dem Experten nur noch selten Mafiosi gibt, die mit der Justiz zusammenarbeiten, nimmt der Stellenwert von Technologie sukzessive zu. Pessimistisch daher die Prognose des Juristen: "Wenn ich in Deutschland den Besitz eines Mafiosi finden wollte, wüsste ich gar nicht, wo ich anfangen sollte", so Scarpinato abschließend. (Ende)
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