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Fr, 10.02.2012
pte20080206023 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
UniCredit Group pfeift auf Postbank-Übernahme
HypoVereinsbank soll deutsches Privatkundengeschäft ankurbeln
Rom/München/Bonn/Frankfurt (pte023/06.02.2008/12:25) - Die italienische Großbank UniCredit Group http://www.unicredit.com will das deutsche Privatkundengeschäft mit seiner Tochter HypoVereinsbank schultern und verzichtet auf einen Zukauf der Postbank. Laut UniCredit-Vorstand Roberto Nicastro besteht derzeit keine Notwendigkeit, allein aus Kostenvorteilsgründen den Marktanteil zu vergrößern, berichtet die Financial Times Deutschland heute, Mittwoch. So sei "beim Konzept der kritischen Masse immer Vorsicht angebracht, wie das Beispiel der Citibank Privatkunden AG zeigt", meint Nicastro. Auch sei die alleinige Konzentration auf den Marktanteil nicht das wirtschaftliche Endziel. Insider sehen die Zurückhaltung vor dem Hintergrund des umstrittenen Kaufs der Bankentochter BA-CA und der Bankenfusionspläne der Deutschen Post, die 50 Prozent der Postbank besitzt (pressetext berichtete: http://pressetext.at/pte.mc?pte=080201003 ). "Die HypoVereinsbank hat nur einen sehr geringen Marktanteil im Privat-Retail-Geschäftsbereich von vier Prozent. Insofern würden Kooperationen und/oder Fusionen mit finanzkräftigen Partnern, wie beispielsweise mit der Postbank, Sinn machen. Fakt ist, dass der momentane Anteil für die UniCredit Group noch längst keine kritische Marktgröße erreicht hat", meint Ingo Kreisinger, Leiter Aktienhandel Frankfurt bei der Baader Wertpapierhandelsbank http://www.baaderbank.de , im Gespräch mit pressetext. So plant Nicastro mit der HypoVereinsbank trotz dem Nichteinstieg bei der Postbank in der Privat- und Geschäftskundensparte zwischen 2007 und 2009 die operativen Erträge jährlich um durchschnittlich 8,4 Prozent zu steigern, wobei die Verwaltungskosten um nur drei Prozent zunehmen sollen. Mit dieser Geschäftsausrichtung scheint der UniCredit-Vorstand von früheren Andeutungen Abstand zu nehmen, in denen die Führung der HypoVereinsbank mit ihren nur knapp drei Mio. Privatkunden noch offen Interesse an der 14,5 Mio. Kunden umfassenden Postbank bekundet hatte. Vorraussetzung für einen erfolgreichen Vertragsabschluss soll Insiderkreisen zufolge die Trennung der Deutschen Post http://www.post.de von ihrer Mehrheit an der Bank sein. Die UniCredit-Kehrtwendung sehen Beobachter auch vor dem Hintergrund, dass die US-Investmentbank Morgan Stanley im Auftrag der Deutschen Post nach potenziellen Partnern für die Postbank sucht. Medienberichten zufolge habe es bereits erste Kontakte mit der Deutschen Bank, der Allianz und ING gegeben. Laut Nicastro hat die UniCredit Group das jahrelang mit dreistelligen Millionenverlusten arbeitende Privatkundengeschäft der HypoVereinsbank zu sanieren versucht. Schließlich galt die Sparte seit 2005 als Hauptsorgenkind der Italiener. Ob die Deutsche Post auf der Basis von Sondierungsgesprächen mit einem finanzkräftigen Partner tatsächlich einen neuen Bankenriesen schmiedet, halten Fachleute für fraglich. Laut Informationen aus Postkreisen strebt der Konzern "eine Fusion unter Gleichen an", wobei sich die Post notfalls auch mit der Rolle des Juniorpartners abfinden würde, heißt es von einem Post-Manager. Trotz der für die UniCredit Group schwierigen Expansionslage in Deutschland stellt Nicastro für den Abschluss 2007 Verbesserungen in Aussicht und strebt eine zweistellige Eigenkapitalrendite an. (Ende)
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