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Fr, 25.05.2012
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pte20080201023 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Käufer werden für Sex-Szenen in Videospiel entschädigt
Schlichtungs-Webseite zu "GTA: San Andreas" online
Sex in Videospielen ist für viele ein heikles Thema (Foto: elhabib.at)
Sex in Videospielen ist für viele ein heikles Thema (Foto: elhabib.at)

New York (pte023/01.02.2008/11:47) - Versteckte Sex-Szenen im Videospiel "GTA: San Andreas" sorgten Mitte des Jahres 2005 für einen Skandal in den USA (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=050721013 ). Nun können US-Käufer der Erstausgabe auf der eigens eingerichteten Schlichtungs-Webseite http://www.gtasettlement.com ihre Ansprüche gegenüber dem Spielentwickler Take Two Interactive geltend machen. Bedingungen der außergerichtlichen Einigung: Jeder, der das Angebot in Anspruch nehmen will, muss allerdings eidesstattlich versichern, dass er sich durch die versteckten Sex-Szenen "beleidigt und aufgebracht" fühlt. Käufer, die ihre Original-Disk des Spiels einschicken, erhalten die gesäuberte Version. Wer hingegen nur sein Geld zurück will, bekommt je nach Qualität des Kaufnachweises zehn bis 35 Dollar geboten.

Hauptgrund für das Zustandekommen einer Sammelklage gegen Take-Two waren dabei nicht unbedingt konservative Moralvorstellungen. Manche Kläger sahen sich schlicht getäuscht, weil das Spiel mit einem niedrigen Altersschutz-Rating angeboten wurde, obwohl die versteckten Inhalte ein "Adults Only" verdient hätten. "In Deutschland wäre eine falsche Kennzeichnung der Altersfreigabe ein eindeutiger Verstoß gegen das Jugendschutzrecht", erklärt Arndt Joachim Nagel von der IT Recht Kanzlei http://www.it-recht-kanzlei.de auf Anfrage von pressetext. Eine Sammelklage sei in den USA ein gängiges Instrument, um seine Rechtsansprüche durchzusetzen. "Im europäischen Raum wird so etwas allerdings nur sehr selten gemacht", schildert der Rechtsexperte. Von einem ähnlichen Fall habe er jedenfalls hierzulande noch nicht gehört.

Im November letzten Jahres stimmte Take-Two Interactive einem außergerichtlichen Vergleich zu, dessen Inhalt der Streit um die sogenannte "Hot Coffee Mod" war. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Patch-Programm, das von einem holländischen User geschrieben worden ist. Dieser war beim Herumstöbern in den Programmdaten von "GTA: San Andreas" auf einen normalerweise nicht abrufbaren Programmteil gestoßen, der sich durch minimale Manipulation im Code freischalten und damit auch spielen ließ. Wer sich diese zusätzliche Mod heruntergeladen hatte, konnte im Spiel nach langem Werben eine virtuelle Freundin ins Bett bekommen und mit ihr Sex haben.

Obwohl die gefragten Szenen eigentlich keinerlei Details des Sexualakts beinhalteten, führte dieser Zwischenfall zu einer hitzigen öffentlichen Debatte, die auch auf politischer Ebene an Tragweite gewann. In der Folge entschuldigte sich Take-Two und legte eine bereinigte Version des Spiels vor. Einige Käufer der Erstausgabe des Videospiels strengten jedoch einen zivilrechtlichen Prozess an, der in einer Sammelklage mündete. Im November letzten Jahres stimmte Take-Two einem außergerichtlichen Vergleich, einem sogenannten "Settlement" zu.

Wie viel die Wiedergutmachungs-Aktion Take-Two kosten wird, steht derzeit noch nicht fest. Einem Bericht von Gamespot zufolge stellt sich das Unternehmen aber auf Zahlungen von mindestens einer Mio. Dollar ein und will maximal 2,75 Mio. Dollar ausgeben. Die Firma stellt aber klar, dass sie sich nicht für die pornografischen Spielinhalte verantwortlich fühle, da diese nur über Hardware und Software von Drittanbietern freigeschaltet werden kann. Der Nachfolgetitel "Grand Theft Auto IV" wird am 29. April für Playstation 3 und Xbox 360 erscheinen.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Markus Steiner
Tel.: +43-1-81140-317
E-Mail:
pressetext.austria
   
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