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pte20080201014 Unternehmen/Finanzen, Computer/Telekommunikation
Motorola prüft Abspaltung der Handy-Sparte
Analyst: Konzentration auf CDMA-Markt vorstellbar
Motorola will Handy-Sparte zurück auf Erfolgsweg führen (Foto: motorola.com)
Motorola will Handy-Sparte zurück auf Erfolgsweg führen (Foto: motorola.com)

Schaumburg (pte014/01.02.2008/10:53) - Der angeschlagene Handy-Hersteller Motorola denkt laut über eine mögliche Abspaltung der Mobiltelefon-Sparte nach. Wie das Unternehmen gestern, Donnerstagabend, nach Börsenschluss bekannt gegeben hat, werden derzeit verschiedene Alternativen zur strukturellen und strategischen Neuausrichtung seiner Geschäftssparten geprüft. Dies soll letztlich das Handy-Geschäft zurück auf den Erfolgsweg führen. Von den Anlegern wurde die Nachricht positiv aufgenommen, die Aktie legte im nachbörslichen Handel zehn Prozent zu.

Die Abspaltung der Mobiltelefon-Sparte sei eine der zu prüfenden Alternativen, teilt Motorola mit. Derzeit sei schwer einzuschätzen, zu welchem Ergebnis die Prüfung des Unternehmens führen wird, sagt UniCredit-Analyst Roland Pitz. "Fraglich ist, ob es nicht eine Strategie des Managements ist, eine bestimmte Option in den Raum zu stellen, die Druck erzeugt und dazu führt, dass die Belegschaft mögliche weitere Folgen mitträgt", so Pitz im Gespräch mit pressetext. Demnach könne auch ein Stellenabbau im Zuge einer Restrukturierung der Handy-Sparte nicht ausgeschlossen werden. Sollte die Handy-Sparte abgespalten werden, die derzeit rund die Hälfte des Umsatzes ausmacht, würde jedoch ein Kerngeschäft ohne klare Konturen übrigbleiben. Dieses würde die beiden Sparten Home and Networks Mobility sowie Enterprise Mobility Solutions umfassen.

Erst vergangene Woche hat Motorola seine Bilanz zum abgeschlossenen vierten Quartal sowie zum gesamten Geschäftsjahr 2007 vorgelegt, die die Aktie erneut auf Talfahrt schickte. Sowohl im vierten Quartal, als auch im Gesamtjahr verzeichnete das Unternehmen sinkende Umsätze und Gewinne. So verbuchte Motorola 2007 einen Umsatz von 36,6 Mrd. Dollar, 2006 lag dieser noch bei 42,84 Mrd. Dollar. Während der Gewinn je Aktie im Vorjahr bei 1,5 Dollar lag, wurde 2007 ein Verlust von zwei Cent je Aktie erwirtschaftet. In der Handy-Sparte ging der Umsatz 33 Prozent zurück. Nach einem operativen Gewinn von 2,7 Mrd. Dollar verbuchte das Unternehmen Ende 2007 einen Verlust von 1,2 Mrd. Dollar.

Motorola konnte in den vergangenen Quartalen trotz neuer Handy-Modelle nicht an den großen Erfolg seines Mobiltelefons Razr vor einigen Jahren anknüpfen. Neben sinkenden Umsätzen und Gewinnen kämpft das Unternehmen nun auch mit fallenden Marktanteilen. Bereits 2007 wurde der Konzern von Samsung als Nummer zwei unter den Handy-Herstellern abgelöst. "Motorola hat trotz allem noch eine gute Marktstellung, derzeit fehlen nur die erfolgreichen Produkte", erläutert Pitz. So ist das Unternehmen vor allem am US-Heimatmarkt sehr stark, wo etwa Weltmarktführer Nokia bislang nur einen geringen Marktanteil hält. Im Gegensatz zu anderen Regionen kann Motorola in den USA mit seinen CDMA-Handys punkten, die den Markt dominieren. "Hier zeigt sich, dass ein Unternehmen auch gut in einem Nischenmarkt arbeiten kann. Mit dem Razr ist Motorola dagegen vor einigen Jahren in eine Größenklasse gerutscht, die so vielleicht nicht angestrebt wurde und an der sich das Unternehmen heute nicht mehr messen lassen kann."

Letztlich wäre eine verkleinerte Mobiltelefoneinheit für Motorola vorstellbar, mit der sich das Unternehmen weitgehend auf CDMA-Märkte konzentriert und damit in einem Nischenmarkt neu positioniert, so Pitz. Motorola selbst will sich zu weiteren Entwicklungen erst nach Abschluss des Prüfungsprozesses äußern. Motorola-Aktionär und US-Großinvestor Carl Icahn hatte dem Konzern schon vor Monaten die Teilung des Handy- und Netzinfrastrukturbereiches vorgeschlagen, fand bislang aber wenig Gehör.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Victoria Schubert
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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