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Fr, 25.05.2012
pte20080124033 Unternehmen/Finanzen, Computer/Telekommunikation
Nokia: Rückenwind durch Motorola-Krise
Kurssprung nach Bilanzpräsentation - Offene Abschreibungen für NSN
Espoo (pte033/24.01.2008/17:13) - Der weltgrößte Handyhersteller Nokia hat mit seiner Bilanz des vierten Quartals die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen und seiner Aktie so zu einem Kurssprung verholfen. Nachdem das Unternehmen die aktuellen Quartalszahlen heute, Donnerstagmittag, bekannt gab, stieg der Wert der Aktie innerhalb einer halben Stunde um mehr als zehn Prozent an. Der Umsatz des Unternehmens stieg im abgeschlossenen vierten Quartal um 34 Prozent auf 15,7 Mrd. Euro, der Nettogewinn legte um 44 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro oder 47 Cent je Aktie zu. Analysten hatten zuvor mit einem Gewinn in Höhe von 42 Cent je Aktie gerechnet. Zudem konnte Nokia seinen Weltmarktanteil im vierten Quartal auf 40 Prozent erhöhen. "Die Ergebnisse sind besser als erwartet, auch der Cash-flow ist sehr positiv ausgefallen", sagt Nicolas von Stackelberg, Analyst bei Sal. Oppenheim, im Gespräch mit pressetext. "Man merkt, dass Nokia derzeit Rückenwind von den Entwicklungen bei Motorola erhält, dass derzeit sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Zudem konnte das Unternehmen sein Produktportfolio über die vergangenen zwei Jahre stark verbessern und ist nun gut aufgestellt", so der Analyst. Gegenüber dem vierten Quartal 2006 konnte das Unternehmen seinen Weltmarktanteil um vier auf 40 Prozent steigern und setzte insgesamt 133,5 Mio. mobiler Endgeräte ab (plus 27 Prozent). Angetrieben von den positiven Bilanzzahlen und einer ebenfalls guten Entwicklung des Joint Ventures Nokia Siemens Networks legte die Nokia-Aktie deutlich zu. Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (17:00 Uhr) notierte das Wertpapier mit einem Plus von 12,80 Prozent bei 23,62 Euro. Im Rahmen der derzeit herrschenden Unsicherheit auf den weltweiten Kapitalmärkten sollte Nokia als stark Cash-generiertes Unternehmen mit extrem starker Marktstellung, relativ zum Markt gesehen, an der Börse besser dastehen als andere, erläutert Stackelberg. Die Aktie sei heute aber auf Grundlage einer fundamentalen Analyse bereits fair bewertet, das Kursziel von Sal. Oppenheim liegt bei 22 Euro. Deutlich höheres Potenzial weise dagegen Sony Ericsson auf. Auffallend war die Höhe der in der Quartalsbilanz angeführten Restrukturierungskosten für das Joint Venture Nokia Siemens Networks. Nokia hatte ursprünglich angegeben, insgesamt mehr als eine Mrd. Euro an Abschreibungen für die Restrukturierung von Nokia Siemens Networks noch im Geschäftsjahr 2007 zu verbuchen, der Mittelwert der Analystenerwartungen lag diesbezüglich bei 800 Mio. Euro, erläutert Stackelberg. Wie heute bekannt wurde, hat Nokia jedoch lediglich 119 Mio. Euro an Restrukturierungskosten im vierten Quartal abgeschrieben. "Die restlichen Abschreibungen sind eher aufgeschoben als aufgehoben", so der Analyst. Damit würden sich die Restrukturierungskosten auch auf das Geschäftsjahr 2008 auswirken. Zusätzlich ist mit Abschreibungen durch die Schließung des Bochumer Werkes zu rechnen, die mit 60 bis 80 Mio. Euro die Ergebnisse des ersten Halbjahres belasten könnte. Aufgrund der geplanten Schließung der Produktionsstätte steht Nokia derzeit in Deutschland stark unter Kritik (pressetext berichtete: http://pressetext.at/pte.mc?pte=080123001 ). Im vierten Quartal konnte Nokia die operative Marge zudem auf 15,9 Prozent steigern. "Der Margenhöhepunkt könnte für längere Zeit erreicht sein", betont Stackelberg. Obwohl Nokia im Low-End-Bereich weiterhin die Marktführerschaft einnehmen werde und von einem weiteren Wachstum des Marktanteiles auszugehen ist, wird sich das Wachstum am Handymarkt verlangsamen. (Ende)
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