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So, 12.02.2012
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pte20080117037 Medien/Kommunikation, Kultur/Lifestyle
Selbstvermarktung: Künstler pfeifen auf Musikindustrie
Branchenverband sieht jedoch Piraterie als Hauptproblem
Künstler pfeifen auf Labels (Foto: pixelio.de)
Künstler pfeifen auf Labels (Foto: pixelio.de)

Virginia (pte037/17.01.2008/13:41) - Die Musikindustrie muss sich in Zukunft auf noch härtere Zeiten einstellen. Denn neben fallenden Aktienkursen, rückläufigen Verkaufszahlen und massivem Stellenabbau, wie zuletzt von EMI angekündigt, ist ein neues Problem für die Branche aufgetaucht: Immer mehr Künstler, insbesondere auch populäre und weltbekannte Musiker, pfeifen auf die Majorlabels und vermarkten sich lieber selbst. Dieser Trend wird die Plattenindustrie in Zukunft noch mehr unter Druck setzen, so die Meinung von Branchenkennern wie Wayne Rosso, dem Gründer der Tauschbörse Mashboxx http://www.mashboxx.org .

Wie Rosso in einem Kommentar für das Branchenportal Cnet schreibt, entwickelt sich die Abkehr berühmter Stars von ihren langjährigen Plattenfirmen derzeit zum Problem Nummer eins für die Industrie. Angefangen von den Eagles über Madonna und Radiohead bis hin zu Paul McCartney reichen inzwischen die Namen derer, die ihre Verträge an den Nagel gehängt haben. Zuletzt kündigte auch Robbie Williams an, sein Label EMI verlassen zu wollen. Für die Majors waren und sind die großen Künstler mit ihren Millionenverkäufen eine Haupteinnahmequelle und sie können auf solche nur schlecht verzichten.

Die heimischen Branchenvertreter zeigen sich bislang dennoch relativ gelassen und sehen in der Selbstvermarktung kein so bedrohliches Problem. "Dass Künstler die Vermarktung selbst in die Hand nehmen, ist nichts Neues. Neue digitale Vertriebswege erleichtern diese Möglichkeit. Künstler und Labels haben Wahlfreiheit, ob sie eine Partnerschaft eingehen wollen oder nicht", meint IFPI-Pressesprecher Thomas Böhm http://www.ifpi.at gegenüber pressetext. Kernkompetenz der Labels sei und bleibe jedenfalls der Künstleraufbau. Der Trend gehe hier in Richtung einer umfassenden Entwicklungs-, Vermarktungs- und Vertriebspartnerschaft zwischen Künstler und Label. "Das wirkliche Problem liegt woanders, nämlich in der Frage, ob uns Kreativität etwas wert ist. Wenn Musikfans nicht bereit sind, für Musik auch zu bezahlen, dann laufen alle Anstrengungen der Künstler und Labels ins Leere", fügt Böhm hinzu.

Richtungsweisend für die aufkeimende Selbstständigkeit der populären Musiker war das Experiment von Radiohead (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=071001024 ). Die britische Band sorgte für großes Aufsehen, nachdem sie sich entschieden hatte, ihr aktuelles Album nur online und zu einem Preis, der vom Nutzer selbst bestimmt wird, zu verkaufen. Viele Vertreter der Musikindustrie hatten Radiohead für dieses Experiment kritisiert und geklagt, dass die Band absichtlich eine Menge Geld auf der Straße liegen lasse. Egal, wie groß der Erfolg des Projekts letztlich ausgefallen ist, machte die Band zumindest den ersten großen Schritt in Richtung Selbstvermarktung. Wenn nun auch Künstler wie Robbie Williams, die noch breitenwirksamer sind, auf diesen Zug aufspringen, könnte Rosso mit seiner Prognose tatsächlich rechthaben.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Claudia Zettel
Tel.: +43-1-81140-314
E-Mail:
pressetext.austria
   
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