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Mo, 13.02.2012
pte20071211038 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Gesamtwirtschaftliche Prognose: Österreich über EU-Schnitt
Internationale Rahmenbedingungen jedoch unvorteilhaft
Wien (pte038/11.12.2007/13:45) - Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat heute, Dienstag, der österreichischen Wirtschaft bis 2009 eine relativ stabile, im Vergleich zu 2007 dennoch leicht abgeschwächte gesamtwirtschaftliche Prognose gestellt. International sind die Rahmenbedingungen für den Markt schwieriger geworden, was gegenüber den vergangenen Jahren Vorsicht nach sich zieht. Trotzdem liegt Österreich deutlich über dem prognostizierten Schnitt im Euro-Raum. Wichtige Exportländer und Wirtschaftspartner wie Deutschland und Italien liegen hinter Österreich zurück, so die OeNB in ihrer Analyse. "Wir befinden uns in einer schwierigen Prognosesituation. Die Prognose ist gut, aber die Stimmung ist angespannt", sagt Peter Mooslechner, Direktor der Hauptabteilung Volkswirtschaft. Der leichte Rückgang im Wirtschaftswachstum wird mit den Einwirkungen des internationalen Marktes begründet. Der Konjunkturhöhepunkt wurde 2007 überschritten und zeigt sich in den kommenden beiden Jahren rückläufig, wenngleich noch immer sehr stabil. Die Inflationsentwicklung wurde stark nach oben revidiert (2007/2008 mit 0,4 Prozent auf über zwei Prozent), was auf die Preisentwicklung von Nahrungsmitteln und Energie zurückgeführt wird. Ein Anstieg der Nahrungsmittelpreise wird aber nicht nur in Österreich, sondern global beobachtet. Bis 2008 wird ein Rückgang der Arbeitslosenquote, einhergehend mit einer erneuten Öffnung des Arbeitsmarktes für internationale Fachkräfte und Spezialisten gesehen. 2009 befürchtet die OeNB wiederum einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Ein ähnliches Bild weist die Lohnpreisentwicklung auf, wonach die Lohnabschlüsse 2008 stark (3,4 Prozent) angehoben werden und 2009 erneut auf 2,8 Prozent sinken. Der private Konsum bleibt weiterhin gedämpft, was hauptsächlich aus der höheren Inflationsrate und Steuerbelastungen (insbesondere der Lohnsteuer) resultiert. Das österreichische Budgetdefizit erweist sich in den kommenden Jahren nur leicht rückläufig. "Die Maßnahmen für einen stärkeren Rückgang im Budgetdefizit sind noch nicht klar, bzw. noch nicht abzusehen. Hier ist die Bundesregierung gefordert", meint Mooslechner. Durch das schwächere Wachstum, das Österreich vorhergesagt wird, werden auch die Steuereinnahmen rückläufig sein. Die Bundesregierung hat die Aufgabe, geringere Einnahmen aus Steuern zu kompensieren. Große Fortschritte zum Budget sieht man derzeit noch nicht. "Die Politik müsste einen zügigeren Konsolidierungspfad beschreiten und hätte auch die Möglichkeiten", bestätigt Josef Christl, Mitglied des Direktoriums der OeNB. Den Arbeitsmarkt sieht die OeNB trotz allem im Gleichgewicht. Mit einer Quote von 4,3 Prozent 2007 und 2009 bzw. 4,2 Prozent 2008 befindet sich Österreich in der Nähe der angestrebten Vollbeschäftigung. Aus den USA geht, vor allem bedingt durch die weiterhin anhaltende Immobilienkrise, die größte Unsicherheit für den Weltmarkt hervor, wenngleich eine "sanfte Landung" bevorsteht. Mit einem stärkeren Wachstumseinbruch in den USA ist allerdings zu rechnen. Die Kursentwicklung des US-Dollars hat laut OeNB in Hinblick darauf, dass 57,2 Prozent der österreichischen Exportleistungen im EU-Raum erfolgen, auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung entsprechend geringe Auswirkungen. "Die Ölpreisentwicklung macht uns Sorgen", meint Christl gegenüber pressetext. Trotzdem liegt die Realpreisentwicklung derzeit (2008: 88,6 USD, 2009: 83,7 USD) unter den Ölpreisen aus den 1980er Jahren. In der Nominalpreisentwicklung wird dagegen ein neuer Höchststand prognostiziert. Asien wird ebenfalls ein abgeschwächte Entwicklung vorhergesagt, bleibt global aber weiterhin treibende Kraft. (Ende)
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