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pte20071206019 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Eritreer zum "Journalist des Jahres" gekürt
Reporter ohne Grenzen ehrt besonderen Einsatz für Menschenrechte
Seyoun Tsehaye (Foto: rsf.org)
Seyoun Tsehaye (Foto: rsf.org)

Paris (pte019/06.12.2007/13:11) - Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) http://www.rsf.org hat zum 16. Mal den Preis für Pressefreiheit vergeben. In diesem Jahr ging die Auszeichnung in der Kategorie "Journalist des Jahres 2007" an den Eritreer Seyoun Tsehaye. Gemeinsam mit der Stiftung Fondation de France verleiht Reporter ohne Grenzen jedes Jahr den mit 2.500 Euro dotierten Preis an Personen und Organisationen, die sich im Einsatz für Menschenrechte und Meinungsfreiheit besonders hervorgetan haben. Seyoun Tsehaye, der seit 2001 in Haft sitzt, hatte sich als früherer Medienmacher mit den Regierenden angelegt, als er gegen das autoritäre Regime von Machthaber Issias Afeworki öffentlich Stellung bezog.

Bereits im Oktober hatte ROG die Weltrangliste der Pressefreiheit 2007 veröffentlicht, wo Eritrea auf dem letzten Platz landete (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=071016038 ). Eritrea habe den letzten Platz verdient, erklärte Rubina Möhring, Präsidentin von ROG Österreich, gegenüber pressetext. Denn man wisse, dass Inhaftierungen von regimekritischen Journalisten dort keine Seltenheit und vier von ihnen sogar in Haft umgekommen seien. Stellvertretend für die unbegründete Verhaftung von Preisträger Tsehaye kritisiert die Organisation nun erneut die katastrophale Situation der Pressefreiheit in dem Land.

In der Kategorie "Medien" vergab Reporter ohne Grenzen den Preis für Pressefreiheit an die Organisation Democratic Voice of Burma. Grund waren die Geschehnisse im vergangenen September, als das Militärregime im Land aufgrund von Massendemonstrationen gegen die Staatsführung alle Medien einer strengen Zensur unterwarfen. Die ausgezeichnete Organisation, die in Norwegen ihren Sitz hat und eine Fernsehstation betreibt, hatte unzensierte Bilder über die Demonstrationen in aller Welt verbreitet. Außerdem gingen zwei Preise in die arabische Welt. In der Kategorie "Verteidigung der Pressefreiheit" gewann die irakische Organisation Journalistic Freedom Observatory für ihre Rolle bei der Aufdeckung und Bekämpfung von Gewalt an Journalisten. Der ägyptische Blogger Kareem Amer erhielt eine Auszeichnung als "Cyberdissident". Er wurde aufgrund seiner Kritik an Präsident Mubarak zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Ein besonders heikles Thema, das Reporter ohne Grenzen in den vergangenen Monaten verstärkt beschäftigt hatte, ist China. Gerade im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 hatte die Organisation immer wieder die Zensurmaßnahmen der Regierung verurteilt und sich dagegen stark gemacht (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070824016 ). Mit dem Spezialpreis "China", der an die Menschenrechtsaktivisten Hu Jia und Zteng Jinyan vergeben wurde, macht ROG erneut auf die heikle Situation aufmerksam.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Claudia Zettel
Tel.: +43-1-81140-314
E-Mail:
pressetext.austria
   
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