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Fr, 25.05.2012
pte20071130028 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Blutige Bilanz: 2007 bereits 171 getötete Medienleute
Wirksame Initiativen zum Schutz der Journalisten längst überfällig
Brüssel/Berlin (pte028/30.11.2007/13:52) - Das International News Safety Institute (INSI) http://www.newssafety.com hat eine erschütternde Bilanz vorgelegt: In den ersten elf Monaten dieses Jahres sind 171 Medienleute bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit getötet worden. Dies sei die schlechteste Bilanz seit über einem Jahrzehnt. Der Untersuchung zufolge sind allein 64 Journalisten und deren Mitarbeiter im Irak ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr wurden 168 Todesfälle registriert. Als Reaktion rief das INSI zu einem besseren Schutz für Medienvertreter in aller Welt auf. "Diese schreckliche Statistik kann als Tiefpunkt der Sicherheit und Fürsorge für den Medienstand angesehen werden", meint INSI-Präsident Chris Cramer. Das Jahr 2007 sei das blutigste seit Beginn der Erhebungen. 121 Journalisten sind bis Ende November in Ausübung ihres Berufs ermordet oder bei Kriegshandlungen getötet worden. Zählt man zu den ermordeten Journalisten noch die anderen getöteten Medienmitarbeiter wie Fahrer oder Übersetzer hinzu, erhöht sich die Zahl sogar auf 171. Von den in diesem Jahr Getöteten seien nach Angaben des INSI 34 bei Luft- oder Autounfällen gestorben, 15 seien versehentlich in Kreuzfeuer oder andere Angriffe geraten. Ein Fall sei bisher ungeklärt. "Die Regierungen in aller Welt können nicht länger tatenlos zusehen, wie unsere Kolleginnen und Kollegen in Krisengebieten als Zielscheiben der Konfliktparteien missbraucht werden", betont Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), in einer Aussendung zum Thema. Wirksame Initiativen zum Schutz der Journalisten seien längst überfällig. Konken fordert die Bundesregierung auf, das Thema auf die Tagesordnung der UNO-Vollversammlung zu setzen und plädiert für ein "international akzeptiertes Reglement für Unversehrtheit und Sicherheit der Berichterstatter". Dieses müsse über die Regelungen der Genfer Konvention hinausgehen, die sich für Journalisten als wirkungslos erweise. Ähnlich argumentiert auch Katrin Evers, Pressesprecherin von Reporter ohne Grenzen Deutschland http://www.reporter-ohne-grenzen.de , im Gespräch mit pressetext. Ein großes Problem in diesem Zusammenhang sei aber auch die Straflosigkeit. "Staaten sind hier in die Pflicht zu nehmen die Strafverfolgung effektiver zu gestalten", so Evers. Hauptursache für die erschreckende Todesbilanz ist nach Meinung der Sprecherin wieder einmal der Konflikt im Irak. "Über die Hälfte der getöteten Journalisten befanden sich im Einsatz im Irak", schildert sie. "Dort werden Reporter gezielt umgebracht, wenn sie über Dinge berichten, die bestimmten Gruppierungen nicht passen", so Evers weiter. Neben dem Irak seien auch Sri Lanka, Afghanistan, Mexiko, Indien und die Philippinen besonders gefährliche Länder für Medienleute. (Ende)
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