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pte20071112017 Computer/Telekommunikation, Politik/Recht
Reding: Freie TV-Frequenzen für mobiles Internet reservieren
Digitales Fernsehen braucht nur ein Sechstel der Analogfrequenzen
Brüssel (pte017/12.11.2007/11:45) - EU-Medienkommissarin Viviane Reding fordert, dass freigewordene TV-Frequenzen zukünftig für mobiles Internet genutzt werden. Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, will Reding die 27 EU-Mitgliedsstaaten morgen, Dienstag, diesbezüglich in die Verantwortung nehmen. "Ich fordere die EU-Staaten auf, diese Chance im Interesse der Bürger zu nutzen", so Reding. In einem Strategiepapier plädiert die Kommissarin zudem für eine besser koordinierte Rundfunkfrequenzvergabe in Europa. Grund für den Vorstoß ist die europaweite Umstellung von analogem auf digitales Fernsehen, die bis 2012 abgeschlossen sein soll. Die neue Technologie brauche nur ein Sechstel der bisher benötigten Frequenzen. Was mit diesen nun frei gewordenen Frequenzen, auch als "Digitale Dividende" bezeichnet, passieren soll, ist noch nicht endgültig geklärt. Laut Redings Plänen soll ein Großteil davon von den Mitgliedsstaaten einheitlich für drahtloses Breitband-Internet, Handy-TV oder andere Multimediadienste reserviert werden. Der Markt für drahtlose Serviceangebote wird von der Kommission auf 250 Mrd. Euro jährlich eingeschätzt. In den USA hat sich eine Gruppe von Technologieunternehmen unter dem Namen "White Spaces Coalition" (WSC) zusammengefunden, um Hardware zu entwickeln, mit der High-Speed-Internet über freie TV-Frequenzen angeboten werden kann (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=070912028 ). Unter den Partnern finden sich Größen wie Microsoft, Google und Dell. Gegner der Initiative führen als Argument an, dass die Technik die Ausstrahlung von Rundfunkprogrammen sowie Telefongesprächen stören könnte. In Teilen Europas haben sich jedoch bereits wieder Broadcaster für die Nutzung dieser Frequenzen angemeldet. So soll beispielsweise in Großbritannien sowie in den skandinavischen Ländern HDTV mithilfe des DVB-T-Nachfolgestandards DVB-T2 ausgestrahlt werden, erklärte der Forscher Jörg Robert von der TU Braunschweig gegenüber pressetext. Mobiles Internet über WiMAX hat in den USA unterdessen einen Rückschlag erhalten. Wie das Wall Street Journal berichtet, haben die Mobilfunker Sprint Nextel und Clearwire ihre Vereinbarung über den Aufbau eines gemeinsamen WiMAX-Netzes gelöst. Im Juli hatten die beiden Unternehmen bekannt gegeben, in den USA bis Ende 2008 ein WiMAX-Netz aufzubauen. Es hätte ein Gebiet mit insgesamt 100 Mio. Einwohnern abdecken sollen. (Ende)
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