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Fr, 25.05.2012
pte20071109002 Medien/Kommunikation, Unternehmen/Finanzen
Harter Sparkurs: BBC-Reform sorgt für Skepsis
Getrennte Einzelredaktionen auch bei uns bald Vergangenheit
London (pte002/09.11.2007/06:10) - Die von der BBC http://www.bbc.co.uk geplante Nachrichtenreform sorgt unter Mitarbeitern und Kritikern zunehmend für Skepsis. Wie der öffentlich-rechtliche britische Sender mitgeteilt hat, soll es künftig weniger einzelne Stories, dafür mehr Live-Berichte in den Nachrichten geben. Die Umstrukturierungsmaßnahmen in diesem Bereich erfolgen im Zuge der im Oktober angekündigten Budget- und Stellenkürzungen (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=07101803 ). Betroffen sein sollen insbesondere die BBC1-Sendungen One O'Clock und Six O'Clock. In Zukunft wird es laut Insidern mehr Live-Interviews und Diskussionen zwischen den Nachrichtenmoderatoren und Reportern geben, aber deutlich weniger vorproduzierte Blöcke, berichtet der Guardian. Die Anzahl der einzelnen Blöcke in den TV-Nachrichten wird vermindert, dafür sollen diese dann aber länger ausfallen. "Die aktuellen Entwicklungen bei der BBC sind gut vergleichbar mit der Situation der öffentlich-rechtlichen Anstalten in Deutschland. Auch hierzulande erlauben sich die einzelnen Senderstationen noch den Luxus von vielen eigenständigen, getrennten Redaktionen wie das bisher bei der BBC der Fall war", erläutert Kai-Uwe Weidlich, Branchenexperte vom Medieninstitut Ludwigshafen, im pressetext-Interview. Es sei aber auch für öffentlich-rechtliche Sender recht und billig, sich Gedanken zu machen und eine Straffung der Strukturen durchzuführen. Um Kosten zu sparen sollen in den BBC-Nachrichten mehr Beiträge als bislang in gekürzten Videoclips behandelt werden. Für die Sendung News 24 sei geplant, die Zahl der Interviewschaltungen mit Reportern zu erhöhen und diese dann auch häufiger in Wiederholung zu zeigen. Auf der BBC-Webseite will sich der TV-Sender stärker auf die populärsten Geschichten konzentrieren und den audiovisuellen Content um etwa 20 Prozent einschränken. Aufgrund der eingeschränkten Beiträge bei der BBC fürchten nun viele Mitarbeiter und Brancheninsider, dass die Qualität der Nachrichten leiden könnte. Da die verantwortlichen Redakteure gezwungen werden, aus einer kleineren Zahl an Stories zu wählen, würde sich künftig tendenziell eher die populärste bzw. massentauglichste Option durchsetzen, meinen Kritiker. Wie eine BBC-Sprecherin bestätigte, wird die Nachrichtenabteilung in Zukunft tatsächlich weniger produzieren. Die Qualität werde laut BBC aber auf dem bisherigen Niveau bleiben. "Wir werden weniger machen, aber wir werden die Qualität und Präzision, die von unserem Publikum erwartet wird, weiterhin aufrechterhalten", so die Sprecherin. An die Fortsetzung eines hohen Qualitätsniveaus glaubt auch Weidlich. "Die Zusammenlegung von Redaktionen bzw. gestraffte Strukturen bedeuten nicht automatisch einen Qualitätsverlust." Was das Publikum und dessen Nutzungsgewohnheiten betrifft, so macht der Medienexperte zwei Trends aus, die derzeit den Ton angeben. "Einerseits sind so genannte Infotainment-Angebote - also Information gekoppelt mit Unterhaltung - sehr gefragt. Andererseits zeigt sich auf redaktioneller Seite eine zunehmende Tendenz zu crossmedialen Strategien", so Weidlich. Klassische Medien wie Fernsehen oder Radio würden ihre Basis-Nachricht zwar immer noch via TV- oder Radiokanal verbreiten, gleichzeitig aber immer häufiger auf Zusatzinformationen im Internet verweisen und die Inhalte über mehrere Medien hinweg vermarkten. (Ende)
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