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pte20071016022 Medien/Kommunikation, Computer/Telekommunikation
Google: Frontalangriff auf YouTube-Videopiraten
Medienkonzerne mit zurückhaltenden Reaktionen auf Pirateriefilter
Piraterie-Schutz für YouTube-Inhalte (Foto: youtube.com)
Piraterie-Schutz für YouTube-Inhalte (Foto: youtube.com)

Mountain View/Wien (pte022/16.10.2007/11:40) - Google hat auf die anhaltenden Piraterievorwürfe auf seiner Videoplattform YouTube http://www.youtube.com reagiert und will mit seiner seit längerem erwarteten Filterlösung "YouTube Video Identification" gegen Copyright-Verletzungen vorgehen. Das Tool soll den Inhabern von geschütztem Content ermöglichen, unrechtmäßig veröffentlichte Inhalte aufzuspüren und selbst darüber zu entscheiden, wie mit diesen umgegangen werden soll, berichtet das Wall Street Journal (WSJ).

In ersten Reaktionen werden dem Internetriesen entscheidende Fortschritte beim Kampf gegen das Piraterie-Problem bescheinigt, aber weitere Verbesserungen bei der von Google selbst entwickelten Lösung gefordert. "Wir sind erfreut darüber, dass Google nun seiner Verantwortung gerecht zu werden scheint und die Praxis, Profit aus der Verletzung von Rechten zu ziehen, beendet", zitiert das WSJ Mike Fricklas, Chefanwalt des MTV-Mutterkonzerns Viacom http://www.viacom.com .

Viacom hatte YouTube wegen Copyright-Verletzungen auf die Zahlung von einer Mrd. Dollar verklagt. Trotz des Google-Vorstoßes zeichnet sich hier aber noch keine Entspannung ab. An der Klage gegen YouTube hatten sich im Sommer auch eine Reihe von gewichtigen US-Musikverlagen beteiligt (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070807018 ). Während die vier großen Majorlabels mittlerweile einigermaßen mit YouTube kooperieren und ihre Musik für einen Anteil an den Werbeeinnahmen der Plattform zur Verfügung stellen, haben die meisten Musikverlage bislang keine solchen Einigungen mit den Betreibern erzielt.

Beim Verband der Phonoindustrie IFPI drückt man indes noch auf die Euphoriebremse. "Der in einer Beta-Version befindliche 'YouTube Video Identification'-Filter von Google lässt sich derzeit noch nicht im Detail beurteilen. Prinzipiell begrüßen wir aber Tools, die es den Rechteinhabern erlauben, selbst entscheiden zu können, ob und unter welchen Bedingungen sie ihre Werke im Internet anbieten wollen", so IFPI-Austria-Sprecher Thomas Böhm http://www.ifpi.at gegenüber pressetext. Sollte Google sein Versprechen halten, dass Rechteinhaber genau diese Wahl haben sollen, dann sei das sicher ein Schritt in die richtige Richtung, meint Böhm.

Patrick Ross, Chef der Copyright Alliance http://www.copyrightalliance.org , einem Verband von Medienunternehmen und Rechteinhabern, äußerte sich ebenfalls zurückhaltend zum neuen YouTube-Tool. Besorgt zeigte sich Ross etwa über die Frage, ob die Anti-Piraterie-Lösung nur Unternehmen zur Verfügung gestellt werde, die einen Lizenzvertrag mit YouTube unterschrieben haben. Google hingegen beteuert, dass die Lösung allen offen stehe.

Der Internetriese hat nach eigenen Angaben neun Medienkonzernen, darunter Walt Disney und Time Warner die Möglichkeit zum Test des neuen Produkts gegeben. In der Vergangenheit hatte YouTube lediglich die automatisierte Lösung eines anderen Anbieters zur Verfügung, um das in den Videos auftauchende Audiomaterial auf geschützte Inhalte hin zu untersuchen. Die von Google entwickelte Lösung soll nun potenziell geschützte Video-Inhalte identifizieren.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Jörn Brien
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail:
pressetext.austria
   
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