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Mo, 13.02.2012
pte20070825003 Medien/Kommunikation, Kultur/Lifestyle
fair music: Kampagne fordert mehr Gerechtigkeit im Musikbusiness
Initiative zur Balance zwischen Kultur und Wirtschaft
Salzburg (pte003/25.08.2007/06:15) - Das music information center autria (mica) http://www.mica.at hat eine weltweite Initiative für Fairness und Gerechtigkeit in der Musikwirtschaft ins Leben gerufen. Die Kampagne mit dem Namen fair music ist Teil der Umsetzung der UNESCO-Konvention zum Schutz kultureller Vielfalt und soll die Etablierung fairer Regeln im Musikleben und die Stärkung der Stellung von Künstlern und Hörern vorantreiben. Gemeinsam mit dem Internationalen Musikrat der UNESCO (IMC) und NGOs aus Musik und Kultur sollen Standards zur Zertifizierung von fair produzierter und vermarkteter Musik entwickelt werden. Über die Online-Plattform http://www.fairmusic.net wird künftig laufend über aktuelle Unternehmungen informiert und dazu aufgefordert, sich an der Kampagne zu beteiligen. "Unser Ziel ist es, eine Balance zwischen Kultur und Wirtschaft herzustellen. Derzeit haben wirtschaftliche Anliegen meist Priorität und kulturelle Fragen stehen etwas im Schatten", sagt Peter Rantasa, Geschäftsführer von mica, im pressetext-Interview. Es gehe darum, die Artist-Fan-Coalition zu stärken. Musik gilt für die Initiatoren der Kampagne als Menschenrecht. Demnach haben Fans ein Recht darauf Musik zu hören, die sie hören möchten und Musikschaffende haben das Recht, für ihre Leistungen angemessen entlohnt zu werden. "Wir führen keine Majorlabel vs. Indie Diskussion. Die Problematik ist derzeit aber, dass Künstler häufig nur wenig bis gar kein Geld sehen und die Plattenfirmen häufig zu sehr in die kreativen Bereiche eingreifen", erläutert Rantasa. Die Position der Künstler müsse verbessert werden. Abgesehen von den großen Superstars, die meist sehr viel für sich heraushandeln können, müssen sich kleinere oder neue Musikschaffende vielfach mit schlechten Konditionen zufrieden geben. Die derzeit etablierten Strukturen der Musikwirtschaft verschlingen meist so viel Geld, sodass nur noch ein Bruchteil letztlich bei den Künstlern ankommt. Zudem gibt es kein internationales Urhebervertragsrecht, das die Kreativen vor nachteiligen Verträgen schützen würde bzw. sie in ihrer künstlerischen Freiheit unterstützt. Besonders drastisch sei die Situation von Musikschaffenden in südlichen Ländern, da der Zugang zu den Weltmärkten durch die westliche Musikindustrie versperrt wird, kritisiert fair music. Die Initiative will sich daher an dem Modell von fair trade orientieren und in ähnlicher Weise für faire Standards einsetzen. "Wir wollen Musterverträge entwickeln und jene Musikunternehmen, die dann danach verhandeln, sollen das Siegel fair music bekommen", so Rantasa gegenüber pressetext. Zudem wolle er betonen, dass es sich um eine Positiv-Kampagne handelt. "Es geht nicht darum, die Musikwirtschaft harsch zu kritisieren, sondern wir wollen das auszeichnen, was an Positivem geschieht." Die Initiative sei ein langfristig angelegtes Projekt, das jetzt noch ganz am Anfang stehe. fair music richtet sich im Wesentlichen an drei Adressaten: Hörer, Entscheidungsträger in der Wirtschaft sowie Entscheidungsträger in der Politik. (Ende)
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