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pte20070802030 Medien/Kommunikation, Forschung/Technologie
Virtuelle Welten sollen gutes Benehmen fördern
In Foren und Chats weht rauerer Wind
Second Life-Nutzer benehmen sich vorbildlich (Foto: Second Life)
Second Life-Nutzer benehmen sich vorbildlich (Foto: Second Life)

Berkeley (pte030/02.08.2007/16:16) - In den USA haben Wissenschaftler des Berkley Center for Entrepreneurship and Technology http://cet.berkeley.edu die Theorie aufgestellt, dass sich Internetnutzer in virtuellen Welten besser benehmen als in Foren und Chatrooms. "In Second Life beispielsweise benehmen sich die Leute fast mehr wie in einem Theater oder auch gemeinschaftlicher. Man sieht niemanden, der sich in kleinliche Streitigkeiten verstrickt. Allerdings sind das meine Einzelbeobachtungen", sagt Jaron Lanier, einer der Verfechter von virtuellen Welten. Seiner Theorie nach benehmen sich die User in den Onlinewelten gesitteter, weil sie sich an ihren virtuellen Besitz emotional gebunden fühlen können und mehr zu verlieren haben, wenn sie sich streitlustig verhalten. Zudem tragen die Avatare dazu bei, dass bei den anderen Nutzern so etwas wie Empathie entsteht, was in normalen Foren fehlt.

Beweise für die Theorie gibt es bislang nicht. Lanier beschäftigt sich aber seit Jahren intensiv mit virtuellen Welten und hat verschiedene Forschungsprojekte, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Linden Lab-Chef Philip Rosedale, durchgeführt. "Wir haben Foren beobachtet und gesehen, wie dort gestritten wird und dann bemerkt, wie zivilisiert hingegen der Umgang untereinander in Second Life ist", bestätigt Rosedale die These. Und auch einige Vertreter des Computerkonzerns IBM sind der Meinung, dass virtuelle Welten Informationstechnologien in einer sehr viel menschlicheren Weise darstellen.

IBM ist mittlerweile mit 5.000 Angestellten in Second Life vertreten. Laut Vizepräsident Irving Wladawsky-Berger sind virtuelle Welten ein wahrer Segen für Meetings. IBM-Mitarbeiter sind seit kurzem sogar dazu angehalten, sich in Second Life "gut zu benehmen". Der Konzern hat einen eigenen Verhaltenskodex aufgestellt, der sogar darauf hinweist, dass sich die virtuellen Alter-Egos angemessen zu kleiden haben (pressetext berichtete: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070731028 ). Sollte sich einer der Mitarbeiter privat in Second Life bewegen, so gelte der Kodex natürlich nicht, räumt Wladawsky-Beger ein. In jedem Fall solle man keine Technologie unterschätzen, die dazu beitragen kann, Trainings und Konferenz in einer humaneren Weise abzuwickeln. Und genau das sei offenbar in virtuellen Welten möglich.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Claudia Zettel
Tel.: +43-1-81140-314
E-Mail:
pressetext.austria
   
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