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Sa, 11.02.2012
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pte20070802024 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Konsumenten mehrheitlich gegen Werbeverbote
EU diskutiert über Süßigkeiten-Werbeeinschränkung
Süßigkeiten sollen beworben werden (Foto: pixelio.de)
Süßigkeiten sollen beworben werden (Foto: pixelio.de)

Hamburg (pte024/02.08.2007/13:30) - Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung spricht sich gegen Werbeverbote aus. Wie eine aktuelle Umfrage der Agentur Proximity Germany http://www.proximity.de zeigt, sind 50 Prozent der Deutschen strikt gegen Werbebeschränkungen, geht es speziell um das Thema Süßigkeiten, halten sogar 87 Prozent nichts von Verboten. Nachdem die EU Werbung für Tabak und hochprozentigen Alkohol mit Einschränkungen bedacht hat, steht nun auch der Bereich Süßwaren zur Diskussion. Die EU-Kommission will mit einer Werbebeschränkung für Süßigkeiten gegen die stark voranschreitende Verbreitung von Fettleibigkeit ankämpfen. Obwohl 61 Prozent der Bevölkerung generell nichts von Werbeverboten halten, können sich 68 Prozent mit dem Gedanken anfreunden, wenn es sich um Werbung handelt, die sich speziell an Kinder richtet.

"Grundsätzlich findet Werbung an ganz vielen verschiedenen Stellen statt. Daher ist es schwierig, eine generelle Aussage über Wirkung und Verbote zu treffen. Mittlerweile ist jedoch erwiesen, dass unterschwellige Werbung nicht so wirkt, wie einstmals vermutet", meint Andreas Vlasic, Experte für Werbepsychologie vom Medieninstitut Ludwigshafen http://www.medien-institut.de , im pressetext-Interview. Studien über Werbeverbote im Bereich Tabak und Alkohol haben gezeigt, dass der Konsum durch Beschränkungen zwar zurückgeht, allerdings nur im einstelligen Prozentbereich. Dennoch werden die bereits bestehenden Verbote inzwischen seitens der Bevölkerung weitgehend akzeptiert. Laut der aktuellen Umfrage halten 67 Prozent der Konsumenten Werbeverbote für Tabak und hochprozentigen Alkohol sogar für notwendig.

"Natürlich fängt niemand nur aufgrund einer Werbung zu rauchen an. Aber Werbung wirkt langfristig und prägt zumindest Bilder, die sich in den Köpfen der Menschen festsetzen. Ich halte Werbeverbote im Allgemeinen nur für begrenzt sinnvoll, weil sie meist nur einen bestimmten Kanal einschränken", sagt Vlasic gegenüber pressetext. Etwas anders verhalte es sich in Bezug auf Kinder. Diese seien noch nicht so differenziert in ihrer Wahrnehmung wie Erwachsene und daher sei es natürlich nicht angebracht, beispielsweise im TV-Kinderprogramm für Alkohol zu werben.

Dieser Ansicht schließt sich auch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung an. 68 Prozent fordern eine grundsätzliche Werbebeschränkung in Bezug auf Kinder. Trotzdem glauben viele nicht an die Effektivität der Werbeverbote. 52 Prozent sind der Ansicht, dass zum Beispiel der Konsum von Süßigkeiten sich durch begrenzte Werbung nicht verringern lässt. Unterscheidet man zwischen den Geschlechtern, so zeigen sich Männer weitaus werbefreundlicher. Während Frauen sich zu 54 Prozent für Werbeverbote aussprechen, fordern nur 47 Prozent der Männer derlei Einschränkungen.

Werbeverbote führen in der Regel dazu, dass sich die Marketingaktivitäten der Unternehmen in andere Kanäle verlagern. Weil zumeist in erster Linie die klassischen Medien wie Fernsehen oder Print beschränkt werden, suchen die Hersteller nach anderen Wegen, ihre Produkte anzupreisen. Dabei bieten sich besonders Dialogmarketing und In-Game-Advertising an, um die Werbebotschaften zielgruppengerecht anzubringen. Es ist davon auszugehen, dass jene Branchen, denen Einschränkungen auferlegt werden, sich zunehmend in diese Richtung orientieren werden.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Claudia Zettel
Tel.: +43-1-81140-314
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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