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Mo, 13.02.2012
pte20070713023 Computer/Telekommunikation, Politik/Recht
Japanische Behörden setzen auf offene Standards
ODF-Allianz: "Japan wird zum Vorbild für die Welt"
Tokio/Berlin (pte023/13.07.2007/13:40) - In der japanischen Verwaltung muss künftig Software bevorzugt werden, die sich an offene Standards wie das Dokumentenformat ODF (Open Document Format) hält. Dies hat das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie kürzlich entschieden. Bislang wurde bei Ausschreibungen jene Software bevorzugt, die sich an marktdominierenden Produkten wie etwa Microsoft Office orientiert. In Zukunft muss ein Programm mit allen internationalen, offenen Dateiformaten zu Recht kommen. Die neuen Rahmenbedingungen sollen den Dokumentaustausch vereinfachen und für bessere Zusammenarbeit zwischen den Behörden sorgen. Das "Interoperability Framework", so der Titel der Regelung, empfiehlt die Anwendung der neuen Entscheidungskriterien auch der freien Wirtschaft. Vertreter der offenen Standards freuen sich naturgemäß über die japanische Entscheidung. "Damit wird Japan zum Vorbild für die Welt", sagt ODF-Alliance-Manager Marino Marcic http://www.odfalliance.org . "Durch die neuen Rahmenbedingungen wird ein gesunder Wettbewerb gefördert. Sie eröffnen kleineren und mittleren Unternehmen neue Marktchancen", sagt Masayuki Hayase, Präsident des Unternehmens Justsystems. Die Diskussion um offene Standards beschäftigte kürzlich auch den deutschen Bundestag (pressetext berichtete: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070704029 ). Ende vergangener Woche wurde schließlich der heftig umstrittene Antrag "für mehr Wettbewerb durch offene Dokumentenstandards" verabschiedet. Die Bundesregierung wird darin aufgefordert, "das Bewusstsein von Verwaltung, Wirtschaft und Bürgern für die Bedeutung international akzeptierter, offener Dokumentenstandards umfassend zu fördern". Im eigenen Geschäftsbereich möge der Bund mit gutem Beispiel vorangehen und die Offenheit bei Dateien wo immer möglich praktizieren. Scharfe Kritik gab es allerdings an der Definition des "offenen Standards". Laut Antrag müsse die Nutzung der Standards "zu fairen und diskriminierungsfreien Konditionen lizenziert werden". "Das widerspricht der Definition von Freier Software deutlich", kritisierte Joachim Jakobs, Sprecher der Free Software Foundation Europe (FSFE) http://www.fsfeurope.org gegenüber pressetext. Die Nutzung freier Software müsse für jedermann unentgeltlich und frei von ausschließenden Lizenzbedingungen zulässig sein, argumentierte die FSFE. (Ende)
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