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pte20070710017 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie
Verunreinigtes Mehl für mysteriöse Nierenkrankheit verantwortlich
Forscher lüften mehr als 50 Jahre altes Rätsel

New York (pte017/10.07.2007/11:35) - Bauern im Balkan ist es laut einer Studie der University at Stony Brook http://www.sunysb.edu nicht gelungen, die Ursache für eine Nierenkrankheit auszurotten. Verantwortlich dafür ist laut New Scientist das Biberkraut Aristolochia clematis. Damit dürfte ein Geheimnis gelüftet sein, das Forscher seit Jahrzehnten beschäftigt hat. Die Verunreinigung des Weizens durch das Biberkraut scheint die Ursache für eine ungewöhnliche Form von Nierenversagen und eine Krebserkrankung der Harnwege zu sein. Betroffen sind zahlreiche Menschen in Kroatien und Serbien. Diese Forschungsergebnisse sollten laut den Wissenschaftlern offizielle Stellen dazu bewegen, die Ausrottung dieser Pflanze aktiv zu betreiben. Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Science http://www.pnas.org veröffentlicht.

Seit ihrer formellen Anerkennung im Jahr 1956 hat die endemische Balkan Nephropathie Experten verblüfft. Verschiedene Erklärungen, wie die Verunreinigung des Grundwassers, wurden für möglich gehalten. Anders als bei einem herkömmlichen Nierenversagen haben die Betroffenen häufig einen normalen Blutdruck. Beginnen die Nieren zu versagen, wird eine Dialyse erforderlich. Rund die Hälfte der Betroffenen erkrankt in der Folge an einer seltenen Krebsform der oberen Harnwege. Das Team um Arthur Grollman rechnete nicht damit, in Aristolochia clematis den Schuldigen zu finden. Vielmehr ging der Wissenschaftler davon aus, dass pflanzliche Heilmittel verantwortlich sind.

Bekannt war dem Forscher, dass Tausende gesunde belgische Frauen an einem schweren Nierenversagen erkrankten. Verantwortlich war die Verwechslung der beiden chinesischen Arzneimittel "guang fang ji" und "han fang ji". Bei der Befragung der Betroffenen ergaben sich jedoch keine entsprechenden Hinweise. Vor seiner Heimreise besuchte Grollman eine Bibliothek in Zagreb. Hier fand er den Hinweis auf Aristolochia clematis. In der Literatur wurden Fälle aus den 1930er Jahren beschrieben, bei denen Pferde an einem Nierenversagen erkrankten, nachdem sie Biberkraut gefressen hatten. In einem nächsten Schritt befragte der Forscher die Bauern der Region.

Die folgende Untersuchung ergab, dass Teile des Weizens tatsächlich mit Aristolochia clematis verunreinigt waren. Im Labor wurden Proben von kroatischen Patienten untersucht. Es zeigten sich die gleichen eindeutigen Anzeichen einer charakteristischen Schädigung der DNA wie in Tierstudien. Zum Beispiel konnten kanzeröse Mutationen des Gens p53 nachgewiesen werden. Verantwortlich dafür sind Aristolochiasäuren, wie sie auch im Biberkraut enthalten sind. Die chemische Analyse ergab, dass Stoffwechselprodukte der Pflanze die DNA der Patienten zu zerstören begannen.

Laut Grollman besteht für rund 100.000 Menschen auf dem Balkan ein ernst zu nehmendes Risiko einer Nephropathie. Die Bauern brauchen die Unterstützung der Regierung, da sie sich vielfach keine Pflanzenschutzmittel leisten können. Biberkraut wurde in der Vergangenheit nach der Geburt als pflanzliches Heilmittel eingesetzt. Der Forscher argumentiert jedoch, dass die Schädlichkeit der Pflanze bei weitem überwiege.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Michaela Monschein
Tel.: +43-1-81140-300
E-Mail:
pressetext.austria
   
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