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Fr, 25.05.2012
pte20070629023 Medien/Kommunikation, Forschung/Technologie
Wetter verdrängt Fußball und Mord als Top-Nachrichtenthema
Panikmache in den Medien heizt Ängste der Bevölkerung an
Bonn (pte023/29.06.2007/12:36) - Seit der Sturm Kyrill im Januar über Deutschland hinwegfegte, dominieren die Themen Wetter und Klimawandel noch vor Fußball und Mord die Hauptnachrichtensendungen im deutschen Fernsehen. Laut einer von Media Tenor http://www.mediatenor.de durchgeführten Medienanalyse der sieben Hauptnachrichtensendungen im deutschen Fernsehen berichteten die Nachrichtensendungen auf ARD, ZDF, RTL, Pro Sieben und Sat.1 im Zeitraum zwischen Januar und Juni 2007 über 500 Mal allgemein über das Wetter. Mit der Medienberichterstattung erhöhte sich parallel auch das Problembewusstsein in der Bevölkerung, wie Umfragen von Emnid und der Forschungsgruppe Wahlen zeigen. Die Tatsache, dass das Thema Klimawandel an Katastrophenberichte gebunden wurde, hätte zu einer verstärkten Aufnahme dieser Thematik in den Medien geführt, sagt Petra Pansegrau, Linguistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universtität Bielefeld http://www.uni-bielefeld.de/iwt , im Gespräch mit pressetext. "Sehr ungewöhnlich ist hier die sehr offensive Öffentlichkeitsarbeit der Klimaforscher im Vergleich zu anderen Forschungsgebieten", betont Pansegrau. Genau diesen Katastrophismus kritisierte Mathias Bucksteeg von der Unternehmensberatung Prognos AG http://www.prognos.com im Wirtschaftsmagazin Capital: "Kasandra-Industrie und Pop-Pessimismus senken die Fähigkeit, positive Visionen zu entwickeln, auf Null. Der Katastrophismus wird von Wissenschaftlern mit populären Thesen und den Prime-Time-Formaten der TV-Sender getragen." Fakt ist, dass die Sensibilität gegenüber Klimaschutz in der Bevölkerung gestiegen ist. Im Januar 2007 hielt bei einer Emnid-Umfrage noch über die Hälfte der Befragten eine Klimakatastrophe für ausgeschlossen. Laut der Forschungsgruppe Wahlen machten sich in diesem Zeitraum nur fünf Prozent Sorgen wegen des Klimawandels. Seit Februar haben sich diese Werte markant verändert. Am 12. Juni berichtete der Spiegel, dass laut Umfragen zwei Drittel der Deutschen glauben, der Klimawandel würde zu einem bösen Ende führen. Das Sorgenbarometer der Forschungsgruppe Wahlen zeigt, dass im März nahezu 15 Prozent der Deutschen deswegen beunruhigt sind. Die zunehmende Thematisierung des Klimawandels werde von ganzseitigen Anzeigen von Unternehmen verschiedener Branchen getragen, so Media Tenor. Vor allem die Autobranche wirbt mit umweltfreundlichen Produkten. "Opel macht Deutschlands Straßen sauberer, Smart ist CO2-Champion und mit VW kann man ökologischer fahren denn je", stellt Jörg Forthmann, geschäftsführender Gesellschafter der Kommunikationsagentur Faktenkontor, fest. (Ende)
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