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Mo, 13.02.2012
pte20070622028 Medien/Kommunikation, Kultur/Lifestyle
Ethnische Minderheiten bevorzugen Kabelfernsehen
Sender bieten meist zu wenig Programm für Migranten
London (pte028/22.06.2007/13:55) - Menschen mit Migrationshintergrund schauen insgesamt weniger fern als die restliche Bevölkerung. Wie eine aktuelle Studie der britischen Regulationsbehörde Ofcom http://www.ofcom.org.uk zeigt, nutzen ethnische Minderheiten zudem in geringerem Ausmaß Angebote im Bereich Bürgerservice-Programme. Grundsätzlich nutzen die Migranten in Großbritannien eher Kabel- und Satelliten-TV als terrestrisches Fernsehen. In diesem Bereich liegen sie sogar über den Durchschnittswerten der einheimischen Bevölkerung. Ethnische Minderheiten tendieren laut Ofcom außerdem vermehrt zu Spielfilmen und Kinderprogrammen. Betrachtet man die Gesamtbevölkerung in Großbritannien, entfallen zwei Drittel des TV-Konsums auf öffentlich-rechtliche, terrestrische Sender. In der Gruppe der ethnischen Minderheiten halbiert sich die Zahl jedoch. Obwohl die BBC sich lange Zeit darum bemüht hat, entsprechende Programme für Migranten anzubieten und Millionen dafür investierte, zeigen die aktuellen Zahlen, dass offenbar noch immer nicht genug getan worden ist. Ethnische Minderheiten bevorzugen meist Multichannel-Angebote, weil dort spezialisierte Programme zur Auswahl stehen, was bei terrestrischem Fernsehen nicht der Fall ist. In Österreich hat sich der ORF ebenfalls bereits mit der Zielgruppe der Migranten auseinandergesetzt. Der öffentlich-rechtliche Sender hat eine eigene Minderheitenredaktion http://volksgruppen.orf.at eingeführt, wo spezielle Programme für ethnische Minderheiten produziert werden. Offizielle Studien zu diesem Thema wurden in Österreich aber offenbar noch nicht durchgeführt. "Uns liegt keine Studie in diesem Bereich vor, darum ist es schwierig etwas Konkretes zum TV-Konsum von Migranten zu sagen. Allerdings wurden in Deutschland einige relevante Arbeiten dazu veröffentlicht", heißt es vom International Centre for Migration Policy Development (ICMPD) in Wien auf Nachfrage von pressetext. So geht zum Beispiel aus einer Studie des WDR von vergangenem Herbst hervor, dass türkische Migranten deutsche und türkische Fernsehsender gleichermaßen nutzen. Alle erfassten Altersgruppen bevorzugen Privatsender. Inzwischen haben auch US-Sender entdeckt, dass der Markt für diese Zielgruppe noch nicht gesättigt ist. In Kürze will zum Beispiel der amerikanische Kabelsender Black Entertainment Television auch in Großbritannien auf Sendung gehen. Die Ofcom-Studie zeigt außerdem, dass Migranten ganz andere Genres bevorzugen als die Restbevölkerung. Während 13,5 Prozent der Menschen aus ethnischen Minderheiten am liebsten Spielfilme schauen, sind es bei der einheimischen Bevölkerung nur 9,6 Prozent. Obwohl Migranten in der Regel über weniger TV-Geräte verfügen, zeigen sie dennoch eine größere Beigesterung für Kommunikations-Technik im Allgemeinen. So spielt zum Beispiel auch das Handy für Menschen mit Migrationshintergrund eine bedeutendere Rolle als für die Gesamtbevölkerung. Zudem sind sie besonders im Bereich Breitband und digitale Services weitaus begeisterungsfähiger. Im Gegensatz zu den Einheimischen leisten Migranten weniger aktiven Widerstand gegenüber neu eingeführten Technologien und nehmen diese schneller an. (Ende)
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