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Mo, 13.02.2012
pte20070621004 Unternehmen/Finanzen, Produkte/Innovationen
Deutschland: Importdruck bei Spitzentechnologien
Fehlender Innovationsschub und Fachkräftemangel lähmen Potenzial
Hannover/Mannheim (pte004/21.06.2007/06:30) - Deutschlands wissensintensive Wirtschaft gerät im internationalen Vergleich zunehmend unter Importdruck. Die Stärken des Landes konzentrieren sich dabei eher auf die sogenannten "Gehobenen Gebrauchstechnologien" mit einer großen Breitenwirkung auf die Automobil-, Chemiewaren- oder Maschinenindustrie. Bei den "Spitzentechnologiesektoren" Elektronik, Informations-, Kommunikations- und Medientechnik sowie im Pharmabereich sieht es hingegen weniger rosig aus. Zu diesem Ergebnis kommt das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung (NIW) http://www.niw.de in seiner gestern, Mittwoch, vorgestellten Studie, die im Rahmen der Berichterstattung zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands die Dynamik der "wissensintensiven Wirtschaft" untersucht hat. "Zwar kann Deutschland technologische Waren gut auf dem Weltmarkt positionieren, dennoch nimmt die Spezialisierung bei forschungsintensiven Produkten, für die besonders viel Aufwand an Forschung und Entwicklung betrieben wird, ab und geht immer mehr zurück", erläutert Birgit Gehrke, wissenschaftliche Mitarbeiterin am NIW, im Gespräch mit pressetext. Das sei ein wesentlicher Grund dafür, warum die Importe an forschungsintensiven Waren aus dem Ausland relativ schneller gestiegen sind, als die deutschen Exporte. "Daher ist es zwingend erforderlich, dass man in Deutschland wieder verstärkt auf Investitionen setzt", unterstreicht die Expertin. Folglich konnten mehr ausländische Anbieter auf dem deutschen Markt hinzugewinnen, als deutsche Anbieter auf dem Weltmarkt. "Der alleinige Blick auf die Exportleistungsfähigkeit der deutschen Industrie würde somit ein verfälschtes Bild zeigen und greift daher definitiv zu kurz", gibt sich Gehrke überzeugt. Deutschlands Überschuss im Handel mit forschungs- und entwicklungsintensiven Waren stützt sich jedoch nach wie vor auf den Sektor der Gehobenen Gebrauchstechnologie. "Hierbei sollte nicht vergessen werden, dass die Stärken der Bundesrepublik in diesem Bereich historisch gewachsen sind und eine hohe Wertschöpfung liefern. Auf Spitzentechnologieerzeugnisse war Deutschland hingegen nie spezialisiert, sodass dies als ein ,Mangel' Interpretationssache bleibt", sagt Jürgen Egeln, Senior Researcher im Forschungsbereich Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung http://www.zew.de , auf Nachfrage von pressetext. Vor allem ist die "Einbeinigkeit" der automobillastigen Forschungs- und Entwicklungsstruktur im deutschen Innovationssystem nicht ohne Risiko, zumal die Automobilindustrie in langfristigen Wachstumsprognosen eher am Ende der Hierarchie steht. Neue Beschäftigungsmöglichkeiten sehen sowohl Gehrke als auch Egeln im aktuellen Konjunkturhoch vor allem in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen. "Für diese Bereiche ist jedoch hoch qualifiziertes Personal erforderlich, das Deutschland momentan nur in begrenztem Ausmaß zur Verfügung steht. Da muss man - um den aktuellen Wirtschaftsaufschwung nicht zu gefährden - den Arbeitsmarkt kurzfristig für Fachkräfte aus dem Ausland öffnen", meint Egeln. Das Problem scheint jedoch bis zu einem gewissen Grad hausgemacht. "Vor allem im Techniker-Bereich wurde zu wenig ausgebildet und jetzt - in Zeiten des Booms - ist das Geschrei groß", so Gehrke abschließend. (Ende)
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